Gesundheit erlangen - Frühling 2026

14 | Titel Biologisch oder mechanisch? Muss eine Herzklappe ersetzt werden, stehen in der Regel zwei Arten von Prothesen zur Verfügung: biologische und mechanische. Biologische Implantate bestehen aus tierischem Gewebe, mechanische aus synthetischen Materialien wie Carbon oder Titan. Während sich biologische Implantate im Lauf der Zeit abnutzen und meist nach einigen Jahren erneut ersetzt werden müssen, sind mechanische Herzklappen in der Regel lebenslang haltbar. Der Nachteil: Am synthetischen Material kann Blut leichter gerinnen, wodurch das Risiko für eine Thrombose erhöht ist. Daher ist die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten erforderlich. Die Wahl der Herzklappe erfolgt immer individuell – abgestimmt auf Alter, Lebensstil, Begleiterkrankungen und persönliche Wünsche. Kleine Prothesen, große Wirkung: Biologische Herzklappenprothesen (rechts) aus Schweine- oder Rindergewebe und mechanische Klappen (links) aus Carbon oder Titan übernehmen lebenswichtige Aufgaben, wenn die eigene Herzklappe versagt. Fortsetzung von S. 13 Von Risiko zu Risiko Angesichts der Größe des Aneurysmas war diesmal, im August 2025, eine operative Entfernung nicht zu diskutieren. Zugleich barg die Operation selbst aber auch ein sehr hohes Risiko. Der Grund: Die Aussackung war nicht nur sehr groß, sondern lag auch sehr nah an der Brustwand. „Es bestand die Gefahr, dass das Aneurysma direkt bei der Öffnung des Thorax reißt – noch bevor wir überhaupt damit beginnen können, es zu entfernen“, erklärt Francesco Pollari. Er war neben Prof. Dr. Robert Cesnjevar, Direktor der Herzchirurgie, Dr. Timo Seitz und Melika Hajymiri Teil des chirurgischen Teams. „Wir haben deshalb besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen“, sagt Prof. Pollari. So wurde das Herz von Alexander B. bereits vor dem ersten Schnitt über die Leistengefäße an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Ebenso senkten die Ärzte seine Körpertemperatur. „Beides sollte den Blutfluss mindern und dadurch das Risiko für eine lebensgefährliche Blutung reduzieren“, erläutert der Herzchirurg. Alexander B. wusste, dass die Operation unausweichlich war. Aber zugleich wuchs seine Angst, je näher der Eingriff rückte. Wird er wieder aufwachen? Was ist, wenn er danach ein Pflegefall ist? Die Aufklärungsgespräche mit den Operateuren und den Ärztinnen und Ärzten der Anästhesiologischen Klinik gaben ihm schließlich ein sicheres Gefühl. „Es hat mich sehr beruhigt, vorab alle kennenzulernen. Das Vertrauen war da“, sagt er. „Ich war froh, als es endlich losging.“ Die Ärzte, die mich hier behandelt haben, wussten, was sie tun. Ich war in sehr guten Händen. Alexander B.

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