Gesundheit erlangen - Frühling 2026

16 | Titel „Der Anruf kam um 3.00 Uhr nachts“, erzählt Jakobs Mutter Miriam K. „Vom Ronald-McDonald-Haus, in dem wir untergebracht waren, liefen wir sofort rüber zur Klinik. Die Gefühle in dieser Nacht lassen sich kaum beschreiben: Freude, Angst, Erleichterung – und tiefe Dankbarkeit gegenüber der Spenderfamilie, die in ihrem größten Schmerz den Mut hatte, Leben zu schenken.“ Auf der kinderkardiologischen Station, auf der Jakob schläft, auf der er 16 Monate seines Lebens verbracht hat, setzen sich Miriam K. und ihr Mann Matthäus K. zu den Pflegefachfrauen im Nachtdienst. Schlafen können die Eltern nicht mehr. Um 6.00 Uhr wecken sie ihren Sohn, erklären ihm, dass ein Herz für ihn gefunden wurde. „Dann wollte Jakob unbedingt Saya Aziz anrufen und ihr selbst sagen, dass es ein Herz gibt. Sie hat uns von Anfang an begleitet. Um 7.00 Uhr hat er ihr gesagt: ‚Heute kommt der Akku weg. Es gibt ein Angebot.‘ Sie war da gerade übers Wochenende am Tegernsee und hat sich sofort ins Auto gesetzt.“ Kurz darauf wird die Information von der Herzchirurgischen Klinik bestätigt: In wenigen Stunden wird Jakob transplantiert. Ins Herz geschlossen HERZTRANSPLANTATION Mit nur anderthalb Jahren musste Jakob ein Kunstherz implantiert werden – seine einzige Chance, zu überleben. Doch langfristig brauchte der schwer herzkranke Junge ein Spenderorgan. Seine Wartezeit brach europaweit Rekorde. Was ihm half, sie zu überstehen. VON FRANZISKA MÄNNEL Rückblick: Jakob kam 2019 scheinbar gesund zur Welt. Doch mit fünf Monaten bekam der Säugling einen merkwürdigen Husten. Der Kinderarzt schickte die Eltern ins Krankenhaus nach Nürnberg, wo am nächsten Tag Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen gemacht wurden. Miriam K. erinnert sich: „Kurz darauf wurde er auf die Intensivstation verlegt. Ohne große Vorwarnung änHeute kann sich Jakob (r.) genau so frei bewegen wie sein Bruder Paul. „Er würde am liebsten ständig in einen Freizeitpark, Karussell und Sommerrodelbahn fahren, baden und planschen. Auch wir als Eltern können jetzt etwas loslassen“, sagt seine Mutter.

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