| 23 Kommunikation kann man lernen Die Patientinnen und Patienten der Neurochirurgie weisen Erkrankungen oder Verletzungen an Gehirn, Rücken bzw. Rückenmark oder Nerven auf. Das reicht vom Bandscheibenvorfall über Schädel-Hirn-Traumata bis hin zu Hirnaneurysmen und -tumoren. Sie haben Operationen am Kopf oder an der Wirbelsäule vor oder hinter sich und sind deshalb häufig nervös. „Ein bösartiger Hirntumor, der entfernt werden muss, ist furchteinflößend. Es ist also unsere Aufgabe, diesen Menschen zuzuhören und sie bestmöglich zu begleiten“, erklärt Olga Oliger. „Es gibt verschiedene Typen: Die einen werden vor ihrer OP ganz still, in sich → Feature Generalistik und Ausbildungsstart Die generalistische Pflegeausbildung bündelt seit 2020 die früheren Ausbildungen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Am Uniklinikum Erlangen und am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Gesundheitsberufe Erlangen kann die Ausbildung jeweils im April und im September begonnen werden. übernimmst die Kommunikation mit anderen Berufsgruppen.“ Das, was Verena Neubauer hier für die Zuhörenden visuell darstellt, ist das Lehrkonzept der neuen Ausbildungsstation der Neurochirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen, die in diesem Moment offiziell eröffnet ist. Hier, auf Station 22, werden die Pflegefachfrauen und -männer von morgen ausgebildet – die zukünftigen Mitarbeitenden des Uniklinikums Erlangen. Intensives Lernerlebnis „Das ist eine der schönsten Stationen, auf denen ich bisher gearbeitet habe“, sagt Michaela Schorr einige Tage später. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr der generalistischen Pflegeausbildung und wird auf Station 22 gerade eingearbeitet. In ein paar Wochen wird sie hier ihre praktische Examensprüfung ablegen. „Hier wird sich richtig Zeit für uns genommen. Wir dürfen alles sehen und auch alles selbst machen: den Patienten und seine Vitalwerte im Blick behalten, Verbände wechseln, Wunden dokumentieren, Flüssigkeitshaushalt und Urinmengen überprüfen“, sagt Michaela Schorr. Stationsleitung Olga Oliger stimmt zu und erklärt: „Ja, das Urometer ist bei uns zum Beispiel total wichtig. Damit kontrollieren wir, wann wie viel Urin ausgeschieden wird. In der Neurochiurgie ist das sehr relevant, besonders bei Operationen an der Hirnanhangsdrüse, weil danach – wegen hormoneller Veränderungen – der Wasserhaushalt gestört sein kann. Deswegen müssen unsere Auszubildenden besonders wachsam sein, wenn jemand plötzlich extremen Durst bekommt – oder auf einmal gar nichts mehr trinken will.“ Michaela Schorr und die anderen Nachwuchskräfte werden von Olga Oliger und anderen pädagogisch geschulten Pflegefachpersonen – den Praxisanleiterinnen und -anleitern – betreut; aber auch das restliche Team unterstützt sie. „Mein Herz brennt für die Ausbildung – das war schon immer so“, sagt die Stationsleitung voller Euphorie. Bis zu acht Nachwuchskräfte sind auf ihrer „AUSI“ parallel im Einsatz – vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr. Das hat den Vorteil, dass die Auszubildenden auch füreinander Mentorinnen und Mentoren sein können: Sie geben ihr Wissen an andere weiter, festigen so ihre eigenen Kenntnisse und lernen zu delegieren. Im „Azubibüro“ können Auszubildende wie Kamil Mackowiak Fachwissen nachschlagen, Arbeits- und Lernaufgaben bearbeiten und ihre Reflexionsbögen ausfüllen. Hier ist auch Platz, um sich für lernbegleitende Gespräche zurückzuziehen.
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