Gesundheit erlangen - Frühling 2026

28 | Medizin Ganz heißes Eisen Herr Süß, was macht Eisen für uns so unverzichtbar? Eisen ist ein zentraler Bestandteil des Hämoglobins, also des roten Blutfarbstoffs, der Sauerstoff von der Lunge zu den Organen transportiert. Außerdem spielt das Spurenelement eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel, bei der Zellteilung und für die Funktion der Schilddrüse. Was sind die Folgen eines Eisenmangels? Gewebe und Organe werden schlechter mit Sauerstoff versorgt. Anfänglich treten unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder mangelnde Konzentrationsfähigkeit auf. Geht aus dem Eisenmangel eine Eisenmangelanämie hervor – also eine Blutarmut –, verstärken sich die Symptome. Zusätzlich können weitere Anzeichen wie Haarausfall oder eingerissene Mundwinkel auftreten. Was ist der Unterschied zwischen einem Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie? Der Eisenmangel ist eine Vorstufe der Eisenmangelanämie. Bei einem Mangel sind die Eisenvorräte im Körper zwar bereits niedrig, aber die Hämoglobinkonzentration im Blut ist noch ausreichend. Sinkt diese ebenfalls unter einen bestimmten Grenzwert, liegt eine Eisenmangelanämie vor. SPRECHSTUNDE Erschöpft, müde und ausgelaugt? Manchmal steckt dahinter nicht die alljährliche Frühjahrsmüdigkeit, sondern ein Eisenmangel oder sogar eine Eisenmangel- anämie. Ernährungswissenschaftler Philip Süß erklärt, woran ein Mangel zu erkennen ist – und was wirklich hilft. INTERVIEW VON MAGDALENA HÖGNER Wie erfolgt die Diagnose? Über ein Blutbild. Hierfür betrachtet man unter anderem den Ferritinwert, der ein guter Indikator für die Eisenvorräte ist, und den Hb-Wert, der die Hämoglobinkonzen- tration angibt. Ebenso sollten Entzündungsmarker berücksichtigt werden, da der Ferritinwert bei Entzündungen ansteigt und so einen Eisenmangel verschleiern kann. Ergänzend kann in solchen Fällen der lösliche Transferrinrezeptor bestimmt werden, da er weniger von Entzündungen beeinflusst wird. Welche Ursachen für einen Eisenmangel gibt es? Letztlich liegt immer ein Missverhältnis zwischen Eisenaufnahme und -verbrauch vor. Das kann unterschiedliche Gründe haben. So nehmen die einen schlichtweg zu wenig eisenhaltige Lebensmittel zu sich. Bei anderen ist die Eisenaufnahme im Darm eingeschränkt, etwa bei chronischen Darmerkrankungen wie Zöliakie. Frauen im gebärfähigen Alter, in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit haben zudem einen erhöhten Bedarf. Auch sportlich aktive Menschen benötigen mehr Eisen. Eisenhammer Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Eisen: Fisch, Ei, Fleisch, Sesam, Mohn, Kürbiskerne, Leinsamen, Weizenkleie, Hirse, Haferflocken, Buchweizen, getrocknete Aprikosen und grünes Gemüse wie Spinat und Grünkohl. Philip Süß ist Ernährungswissenschaftler, Ernährungs- und Diabetesberater sowie Physician Assistant in Ausbildung in der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie des Uniklinikums Erlangen.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIyMTAw