| 29 Medizin Ist eine pflanzenbasierte Ernährung ein Risikofaktor? Es stimmt, dass vegetarisch oder vegan lebende Personen oft einen niedrigeren Eisenstatus haben. Das liegt vor allem daran, dass Eisen aus tierischen Lebensmitteln besser aufgenommen wird als Eisen aus pflanzlichen Quellen. Außerdem sind in manchen pflanzlichen Produkten Stoffe enthalten, die die Eisenaufnahme erschweren, zum Beispiel Phytate in Vollkornmehl, Hülsenfrüchten oder Haferflocken. Gleichzeitig kann sich der Körper aber auch an eine pflanzenbasierte Ernährung anpassen. Viele vegetarisch oder vegan lebende Menschen achten zudem bewusst auf ihre Eisenzufuhr. Eine pflanzenbasierte Ernährung ist daher nicht automatisch ein Risikofaktor für einen Eisenmangel, sollte aber gut geplant sein. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Die Ursache des Eisenmangels ist entscheidend für die Behandlung. In leichten Fällen kann bereits eine Ernährungsanpassung hilfreich sein, indem vermehrt eisenhaltige Lebensmittel verzehrt und günstig kombiniert werden. So kann Vitamin C die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Produkten verbessern. Gleichzeitig sollte alles, was die Eisenaufnahme hemmen kann, wie etwa Kaffee oder schwarzer Tee, möglichst nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten konsumiert werden. Reicht das nicht aus, können Eisenpräparate zum Einsatz kommen, meist in Form von Tabletten, Kapseln oder Lösungen. In bestimmten Fällen, etwa bei Resorptionsstörungen des Darms oder wenn orale Präparate nicht ausreichend wirksam oder verträglich sind, kann auch eine intravenöse Eisengabe erfolgen. Welche Behandlungsform sinnvoll ist, sollte stets individuell und ärztlich entschieden werden. Ab wann wird behandelt – erst, wenn eine Eisenmangelanämie vorliegt? Nein, bereits vor dem Eintritt einer Eisenmangelanämie kann eine Behandlung sinnvoll sein. Die Entscheidung erfolgt dabei individuell anhand der Symptome und Laborwerte. Manche beklagen Verdauungsprobleme bei Eisenta- bletten – was kann man dagegen tun? Bei schlechter Verträglichkeit auf nüchternen Magen kann es helfen, die Einnahme zeitlich zu verlagern oder das Präparat zu einer Mahlzeit einzunehmen, auch wenn die Eisenaufnahme dadurch etwas geringer ist. Reicht dies nicht aus, kann die Dosierung reduziert oder das Präparat gewechselt werden. Helfen Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie? Nahrungsergänzungsmittel sollten nicht ohne ärztliche Abklärung eingenommen werden. Sie können bei leicht verminderten Eisenspeichern unterstützend sein, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnostik. Bei ausgeprägtem Eisenmangel oder einer Eisenmangelanämie sind sie in der Regel nicht ausreichend wirksam. Ist eine Überdosierung mit Eisen möglich? Ja. Bei zu hohen Dosierungen kann es zu Magen-DarmBeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen kommen. In seltenen Fällen, insbesondere bei massiver Überdosierung, drohen auch schwerwiegende Komplikationen. Daher sollte Eisen nicht unkontrolliert oder dauerhaft ohne medizinische Abklärung eingenommen werden. Was würden Sie Personen raten, die einen Eisenmangel bei sich vermuten? Eisen nicht auf eigene Faust einnehmen und stattdessen die hausärztliche Praxis aufsuchen. Eisen sollte nicht unkontrolliert oder dauerhaft ohne medizinische Abklärung eingenommen werden. Philip Süß Video: Eisenmythen im Check www.gesundheit-erlangen.com
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