| 31 Medizin dann woanders vielleicht heißt ,Das geht definitiv nur mit Kaiserschnitt‘, können wir oft doch eine natürliche Geburt realisieren. In jedem Fall wägen wir ab, ob ein Kaiserschnitt wirklich der bessere, sicherere Weg ist, oder ob es auch anders geht.“ Es beginnt weit vor der Geburt Die Betreuung beginnt schon beim Kinderwunsch. Denn manche Frauen fragen sich: Kann und sollte ich in meinem Gesundheitszustand überhaupt Mutter werden? So ging es auch Julia B., die eine Nierentransplantation hinter sich hat und sich deswegen ausführlich beraten ließ (s. S. 32). Wird die Frau dann tatsächlich schwanger, wird sie am Uniklinikum Erlangen weiter begleitet – immer in enger Absprache mit ihrer jeweiligen Frauenarztpraxis. Im Universitäts-Perinatalzentrum Franken Teamwork für Mutter und Kind Im Universitäts-Perinatalzentrum Franken am Uniklinikum Erlangen mit der höchsten Versorgungsstufe Level 1 kommen pro Jahr über 2.500 Kinder zur Welt. Geleitet wird das interdisziplinäre Team von Prof. Dr. Matthias W. Beckmann und PD Dr. Michael Schneider von der Frauenklinik sowie von Prof. Dr. Heiko Reutter von der Kinder- und Jugendklinik. Die Geburt ist etwas völlig Natürliches. Da müssen wir von außen gar nicht groß eingreifen, wenn alles normal läuft. PD Dr. Michael Schneider können sowohl bei der Schwangeren als auch bei ihrem ungeborenen Kind wichtige Voruntersuchungen – etwa mit 3D- bzw. 4D-Ultraschall – und sogar erste Behandlungen durchgeführt werden. „Wenn die Frau dann entbindet, sind wir auf alles vorbereitet“, versichert Dr. Schneider und zählt auf: „Beckenendlage, Mehrlinge, Frühgeburt, angeborene oder erworbene Erkrankungen bei Mutter oder Kind. Es gibt eine Intensivüberwachung und einen eigenen Operationssaal, und wir arbeiten von Anfang an mit der Kinderklinik zusammen.“ Das Team der Neonatologie um Prof. Dr. Heiko Reutter ist also bereits in der Pränataldiagnostik mit an Bord und kann so die Zeit nach der Geburt bestmöglich planen. „Die Gynäkologinnen und Gynäkologen tun immer alles dafür, dass die Frau so nah wie möglich an die 39. Schwangerschaftswoche herankommt. Trotzdem kann eine Frühgeburt eintreten. Bei uns in der Neonatologie versorgen wir dann selbst kleinste Frühchen, auch solche unter 1.250 Gramm. Was das betrifft, werden wir regelmäßig in allen Qualitätsmerkmalen hervorragend bewertet“, betont Prof. Reutter. „Bei Bedarf holen wir weitere Kinderfachärztinnen und -ärzte hinzu.“ Und auch Therapien beginnen manchmal schon weit vor dem errechneten Geburtstermin: „Zum Beispiel können wir dem Fötus durch die Nabelschnur hindurch ultraschallgestützt eine Bluttransfusion verabreichen, um eine Blutarmut zu behandeln“, erklärt Oberarzt Michael Schneider. „Oder wir setzen schon im → Im Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin legen PD Dr. Michael Schneider und sein Team den Fokus u. a. auf die 3D-/4D-Sonografie.
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