Gesundheit erlangen - Frühling 2026

Schwanger trotz Nierentransplantation? Julia B. wollte schon immer Mama sein. Doch mit 22 Jahren wurde sie wegen einer Nierenerkrankung dialysepflichtig. Ende 2022 bekam sie am Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg am Uniklinikum Erlangen zwei neue Nieren. Mit ihrer betreuenden Ärztin der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie besprach Julia B. ihre Fragen: Kann und sollte sie schwanger werden? Was würde das für ihre Gesundheit bedeuten – und für die ihres Kindes? Von der Medizin 4 verwies man sie an die Sprechstunde für Risikoschwangerschaften der Frauenklinik, wo Dr. Adriana Titzmann die Patientin weiter beriet. „Weil ich schon in Erlangen transplantiert wurde, wollte ich auch die Schwangerschaft hier angehen – es sollte alles in einer Hand liegen. Dr. Titzmann hat mich über mögliche Komplikationen aufgeklärt, unter anderem darüber, dass es zu einer Früh- oder sogar einer Fehlgeburt kommen kann“, berichtet Julia B. „Dann haben wir in Absprache mit der Medizin 4 langsam meine immunsupressiven Medikamente umgestellt und andere ganz abgesetzt.“ Im März 2025 wurde die heute 34-Jährige schwanger. Zunächst begleitet von ihrem Frauenarzt und dem Laufer Zentrum für Pränataldiagnostik von Prof. Dr. Florian Faschingbauer, kam Julia B. dann regelmäßig in die Schwangerenambulanz nach Erlangen. Die Kontrollen fanden wöchentlich statt. „Zum Beispiel wurden bei mir wegen früherer Bluttransfusionen spezielle Antikörper bestimmt; und der Kopf des Kindes wurde regelmäßig per Ultraschall untersucht. Ich fand, alle haben super zusammengewirkt – mein Gynäkologe, die Nephrologie und die Schwangerenambulanz“, urteilt sie. Wegen eines verkürzten Gebärmutterhalses nahm die Frauenklinik Julia B. Ende Oktober 2025 sicherheitshalber stationär auf. Von da an dauerte es noch über drei Wochen bis zur Geburt. „Ich habe mich in dieser Zeit immer als Person gesehen und unterstützt gefühlt“, betont sie. „Ärztinnen, Ärzte, Pflege, Hebammen – ich war mir sicher, dass ich hier in guten Händen bin.“ Weil sich jedoch die Leber- und Gallenwerte der Schwangeren zunehmend verschlechterten, plante Dr. Titzmann schließlich einen Kaiserschnitt. Julia B.s Sohn kam im November 2025 in der 34. Schwangerschaftswoche gesund zur Welt und wurde zur Sicherheit noch drei Wochen in der Neonatologie betreut. „Weil am Anfang hin und wieder sein Atem kurz aussetzte, hat er zum Beispiel Koffein bekommen, um seine Lunge zu unterstützen“, sagt Julia B. „Heute geht es uns gut. Und ich empfehle wirklich immer allen Erlangen für eine Geburt!“ Fortsetzung von S. 31 Mutterleib ein kleines Entlastungsröhrchen beim Kind ein, um etwa Flüssigkeit aus seiner Lunge ins Fruchtwasser abzuleiten. Auch Herzfehler oder Rhythmusstörungen lassen sich bereits vorgeburtlich behandeln.“ Von Hebammen einfühlsam betreut Bei der Geburt wird jede Frau von einer Hebamme und mindestens einer Studentin der Hebammenwissenschaft begleitet. „Wir haben hier je vier moderne Entbindungsräume und Wehenzimmer, die alle Geburtspositionen ermöglichen – beispielsweise im Wasser, auf dem Gebärhocker, Gymnastikball oder im Kreißbett“, erklärt Valentina Kohlmann, die in der Geburtshilfe des Uniklinikums Erlangen das rund 35-köpfige Hebammenteam leitet. In der Regel sind vier bis fünf angestellte Hebammen parallel im Dienst Die Hebammen bieten werdenden Müttern verschiedene Geburtspositionen an; genutzt werden können u. a. der Gymnastikball, die Wanne oder das Kreißbett. 32 | Medizin Julia B. mit ihrem Sohn Nilan

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