Gesundheit erlangen - Frühling 2026

38 | Das große Zittern Im Jahr 1990 begann es, das große Zittern: Wie aus dem Nichts fingen Irene F.s Hände an, unkontrolliert zu beben. Meist dann, wenn sie mit ihnen etwas tun wollte: einen Brief schreiben, ein Glas zum Mund führen oder einen Computer bedienen. Zunächst war das Zittern noch selten und eher schwach. Doch im Laufe der Zeit häufte und verstärkte es sich: „Es war zuletzt so heftig, dass ich keine Suppe mehr essen konnte“, erzählt sie heute. Die Diagnose, die sie wenig später erhielt, lautete: essenzieller Tremor. „Es handelt sich dabei um eine neurologische Erkrankung, bei der einzelne Körperteile – Hände, Beine, Kopf oder Rumpf – von unwillkürlichem Zittern betroffen sind“, erklärt Dr. Franziska Schmidt, Oberärztin in der Neurochirurgischen Klinik des Uniklinikums Erlangen. Die Ursache für die Bewegungsstörung ist bis heute nicht geklärt, meist liegt jedoch eine genetische Veranlagung vor. Anders als beim Parkinson-Tremor tritt das rhythmische Beben seltener in Ruhe, sondern vor allem bei Bewegung auf, etwa bei Handgriffen im Alltag. Alleingelassen Lange war Irene F. auf der Suche nach Hilfe: Sie kontaktierte eine Arztpraxis nach der anderen – stets in der Hoffnung, von ihrem Leid erlöst zu werden. Medikamentöse Therapieversuche schlugen nicht an. Menschen MEINE GESCHICHTE 35 Jahre lang litt Irene F. an einem essenziellen Tremor: Ihre Hände zitterten aufgrund der Bewegungsstörung zeitweise so heftig, dass selbst Trinken, Essen oder Schreiben kaum möglich waren. Am Uniklinikum Erlangen setzte sie schließlich alle Hoffnungen auf eine tiefe Hirnstimulation. VON MAGDALENA HÖGNER

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