52 | Herzinsuffizienz – wenn die Herzleistung eingeschränkt ist Leitender Oberarzt, Dr. med. Axel Jakob Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Intensivmedizin Gemein. Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg Steigerwaldklinik Burgebrach Am Eichelberg 1, 96138 Burgebrach Interventionelle Kardiologie Telefon: 09546 88 250 E-Mail: iki@gkg-bamberg.de www.gkg-bamberg.de Unter einer Herzinsuffizienz („Herzschwäche“) verstehen wir eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Herzmuskels, die mannigfaltige Ursachen haben kann. Beschwerden (Symptomatik) Beschwerden, welche durch eine Herzinsuffizienz verursacht werden, bestehen aus eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit, der Ansammlung von Flüssigkeit (Ödemen), vornehmlich im Bereich der Beine bzw. der Lunge, und damit verbundener Atemnot. Je nach Schwere des Krankheitsbildes werden vier Stadien beschrieben. Hierbei treten Beschwerden bei den geringeren Schweregraden in Belastungssituationen, im schwersten Stadium der Erkrankung auch in Ruhe auf. Dies kann dazu führen, dass letztlich nur noch eine sitzende Körperhaltung eingenommen werden kann, um die Atemnot erträglich zu halten. Ursachenforschung (Diagnostik) Bei Vorliegen entsprechender Beschwerden ist eine ausführliche sogenannte Stufendiagnostik notwendig, um die Ursache der Herzschwäche herauszufinden und möglichst an dieser Ursache ansetzend zu behandeln. Neben Anamnese, körperlicher Untersuchung, EKG und Laboruntersuchungen hat die Ultraschalluntersuchung des Herzens einen zentralen Stellenwert; hier kann ermittelt werden, ob eine normale Pumpleistung des Herzmuskels oder eine eingeschränkte Herzleistung vorliegt, und auch Erkrankungen der Herzklappen können als mögliche Ursache der Herzschwäche identifiziert werden. Je nach Verdachtsmomenten und klinischem Bild kann die weitere Diagnostik der Ursachenforschung z. B. in der Klärung der Herzdurchblutung (nichtinvasiv mittels Belastungsuntersuchungen bzw. bildgebend Herz-CT, Herz-MR oder invasiv mittels Koronarangiografie) liegen. Auch eine herzrhythmusbedingte Ursache der Herzinsuffizienz kann vorliegen und nach Diagnostik durch EKG oder Langzeit-EKG bis zur sogenannten elektrophysiologischen Untersuchung eine ursächliche Behandlung (Ablation) nach sich ziehen. Weitere mögliche Ursachen einer eingeschränkten Herzleistung sind z. B. eine Bluthochdruckerkrankung, HerzklappenAdvertorial fehler oder auch entzündliche Veränderungen. Während eine chronische Herzschwäche häufig ambulant abgeklärt werden kann, ist das Auftreten einer akuten Herzinsuffizienz (rasches Einsetzen oder Verschlechterung der Beschwerden) möglicherweise lebensbedrohlich, sodass meist eine Krankenhausaufnahme erforderlich ist. Behandlung (Therapie) In der Behandlung einer Herzschwäche steht neben einer möglichen Behandlung der Ursache, dem sogenannten kausalen Behandlungsansatz, eine symptomatische Therapie mit Medikamenten. Kausale Behandlungsansätze bestehen z. B. in einer guten Bluthochdruckeinstellung, der Behandlung von Engstellen der Herzkranzgefäße, der Behandlung von Rhythmussstörungen sowie der operativen oder interventionellen Behandlung von Herzklappenfehlern. Die symptomatische Therapie mit Medikamenten hat das Ziel einer Minderung der Beschwerden und damit einer Verbesserung der Lebensqualität, seltenerer Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthaltes und verminderter Sterblichkeit. Auch hier gibt es ein stufenweises Vorgehen; Wird durch Medikamente keine ausreichende Kontrolle der Beschwerden erreicht, so sind, je nach Befundkonstellation, unter Umständen auch apparative Vorgehensweisen (Einsatz spezieller Schrittmachersysteme, Implantation eines Kunstherzens, Herztransplantation) erforderlich bzw. möglich. Neben Medikamenten und technischen Geräten gibt es jedoch insbesondere in der Lebensführung Ansätze, um Symptome einer Herzschwäche zu bessern, teilweise kann hierdurch sogar der Einsatz von Medikamenten verringert werden. Die konsequente Beeinflussung sogenannter Gefäßrisikofaktoren durch eine gesunde Lebensweise wie Gewichtsreduktion bei Übergewicht, diätetische und medikamentöse Behandlung von Diabetes mellitus bzw. erhöhten Fettwerten, Beenden von Rauchen, Verzicht auf Alkohol, regelmäßige körperliche Betätigung und gute Schlafhygiene, kann die Beschwerden und das klinische Bild einer Herzschwäche günstig beeinflussen. „Welchen Behandlungsweg man beschreitet und welche Therapie zum Einsatz kommt, muss individuell mit dem Patienten besprochen werden, um die für den jeweiligen Fall beste Therapiemöglichkeit zu erarbeiten.“ Das Universitätsklinikum Erlangen ist Partner der interventionellen Kardiologie.
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