Marija P. öffnet die Tür ihrer Wohnung und sieht gar nicht aus wie eine mitgenommene Patientin. Eher wie „das blühende Leben“, würde man meinen – freudestrahlend, gut angezogen und zurechtgemacht. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Eine enge Freundin leistet Marija P. beim Interviewtermin Gesellschaft. Die Vertraute sagt: „Wenn man über die Straße läuft oder im Wartebereich einer Klinik sitzt und sich da umguckt, stellt man fest: Vielen sieht man ihre Krankheit gar nicht an. Aber jeder hat sein Schicksal zu tragen.“ So auch Marija P. Die heute 57-Jährige erkrankte 2024 an schwarzem Hautkrebs. Plötzlich tastete sie Knoten an ihrem Hals – es waren Melanommetastasen. Viele weitere Tochtergeschwülste wurden in ihrem ganzen Körper gefunden. Wie eine Immuntherapie das Leben der Patientin rettete, lesen Sie auf S. 8. Wer wie Marija P. einen hellen Hauttyp hat, dessen Hautkrebsrisiko ist erhöht. Auch viele Muttermale und Solarienbesuche machen ein Melanom wahrscheinlicher. Der bedeutendste Risikofaktor ist allerdings die UVStrahlung der Sonne. Hautkrebsfälle, die Ärztinnen und Ärzte heute feststellen, sind oft die Folge eines unzureichenden Sonnenschutzes in den 1970er- und 1980er-Jahren. Damals war das Bewusstsein über die Schattenseiten der Sonne noch nicht so Hau(p)tsache, gesund ausgeprägt. Doch obwohl die Gefahren heute bekannt sind, bekommen auch junge Menschen Hautkrebsdiagnosen: Zwischen Mitte und Ende 20 ist das Melanom sogar die häufigste Tumorart bei Frauen. Je mehr Schäden die Haut im Lauf des Lebens sammelt, desto eher entwickelt sich Krebs. Insofern ist es nie zu spät, mit dem Sonnenschutz anzufangen – egal, ob mit 27 oder 57 Jahren. Wir möchten Sie mit dieser Ausgabe also daran erinnern, Ihre Haut gut vor der Sonne zu schützen. Darüber hi- naus hält das Heft aber auch andere dermatologische Themen für Sie bereit: Sie erfahren, welche Sicht Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte heute auf die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) haben (S. 12), welche Expertise es am Uniklinikum Erlangen im Bereich der Nesselsucht (Urtikaria) gibt (S. 16) und wie sich Nagelpilz sicher feststellen und erfolgreich behandeln lässt (S. 18). Also: Machen Sie es sich im Schatten gemütlich und haben Sie interessante Lesestunden! Einen schönen Sommer wünscht Ich war wie du Im Rahmen eines mutmachenden Projekts in der Kinderonkologie durfte ich junge Erwachsene kennenlernen, die eine Krebserkrankung überlebt haben und heute anderen betroffenen Kindern und Jugendlichen beistehen. Die „Survivor“ wissen genau, wovon sie sprechen. Das macht sie so glaubwürdig und nahbar (S. 20). Chefredakteurin von „Gesundheit erlangen“ | 3 Editorial
RkJQdWJsaXNoZXIy ODIyMTAw