Erfolgreiche CAR-T-Zell-Therapie bei Patientin mit drei Autoimmunerkrankungen Drei Autoimmunerkrankungen, neun erfolglose Therapien, elf Jahre Leidensweg: Patientin Kerstin F. galt als austherapiert, als sie Anfang 2025 von einem sächsischen Krankenhaus in die Medizinische Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie des Uniklinikums Erlangen verlegt wurde. Dort gelang es Ärztin Dr. Isabel Korte, Prof. Dr. Fabian Müller, Leiter der CAR-T-Zell-Einheit, und Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas Mackensen, die schwerstkranke Patientin mithilfe einer CD19-CAR-T-Zell-Therapie erfolgreich zu behandeln. Seit 2014 litt Kerstin F. an autoimmunhämolytischer Anämie, bei der Antikörper des Immunsystems rote Blutkörperchen angreifen. Im Jahr darauf kam das sogenannte Antiphospholipid-Syndrom hinzu, das zu erhöhter Blutgerinnung und zu Thrombose führt. 2019 wurde zusätzlich eine Immunthrombozytopenie diagnostiziert, bei der der Körper die eigenen Blutplättchen zerstört. „Diese Kombination ist außergewöhnlich“, erklärt Dr. Korte. „Alle drei Autoimmunerkrankungen werden allerdings von fehlgesteuerten B-Zellen angetrieben. Das ist eine Untergruppe der Abwehrzellen, also der weißen Blutkörperchen. Damit hatten wir einen eindeutigen Angriffspunkt für unsere Therapie.“ Für die Behandlung wurden Kerstin F. T-Zellen entnommen und genetisch so verändert, dass sie B-Zellen geImmunsystem wieder in der Spur zielt zerstören. Prof. Mackensen erläutert: „An den CAR-T-Zellen forschen wir schon seit vielen Jahren und setzen sie in der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Leukämien, Lymphomen und neuerdings auch Autoimmunerkrankungen erfolgreich ein.“ Nur sieben Tage nach der Übertragung der CD19CAR-T-Zellen benötigte Kerstin F. keine Bluttransfusionen mehr und nach 25 Tagen hatte sie erstmals wieder einen normalen Wert ihres roten Blutfarbstoffs. Heute kann sie ihrem Familienalltag wieder weitestgehend nachgehen und hat keinen Therapiebedarf mehr. Patientin Kerstin F. kann wieder lächeln – dank Dr. Isabel Korte, Prof. Dr. Fabian Müller und einer innovativen Immuntherapie. Anzeige Erforscht und entdeckt | 55
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