26 | Medizin (M)ein Kind in Not Einmal kurz nicht hingeschaut und schon ist es passiert: Die Kinderhand greift nach der Tasse mit heißem Tee, einen Augenblick später ist das Kind verbrüht. Gerade noch tollt die Tochter fröhlich auf dem Spielplatz, kurz darauf liegt sie nach einem Sturz auf dem Boden. Und das kleine Spielzeug, das der Sohn eben noch in der Hand hielt, verschwindet plötzlich im Mund. „Notfälle bei Kindern geschehen im Alltag plötzlich und unvorhergesehen – auch dann, wenn Eltern vorsichtig und aufmerksam sind“, sagt Dr. Steven Hébert, Oberarzt der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen. Sobald Kinder etwa ab dem siebten Lebensmonat zu krabbeln beginnen und später selbstständig laufen, steigt das Risiko für Unfälle. Für Kleinkinder sind das Verschlucken von Gegenständen, Vergiftungen, Verbrühungen und Verbrennungen sowie Stürze typisch; ab dem fünften Lebensjahr überwiegen vor allem Sport- und Freizeitunfälle. „Eltern sind sich oft unsicher, wie sie in diesen Situationen angemessen reagieren können. Dabei ist Erste Hilfe bei Kindern einfacher, als viele denken – vorausgesetzt, man weiß, was zu tun ist“, betont der Kinderarzt. ERSTE HILFE BEI KINDERN Kinder sind neugierig, bewegungsfreudig und wollen die Welt entdecken – kleinere Verletzungen bleiben dabei nicht aus. Doch manchmal wird aus einem Missgeschick ein Notfall. Kennen Eltern die wichtigsten Sofortmaßnahmen, können sie ruhig und sicher handeln. VON MAGDALENA HÖGNER Die Hinweise dienen der Orientierung und ersetzen keine medizinische Beratung. Bei lebensbedrohlichen Symptomen wie Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen sollte immer direkt der Notruf 112 gewählt werden.
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