Gesundheit erlangen - Herbst 2026

| 3 Editorial Frankreich kann Baguette. Das habe ich bei einem Roadtrip durch die Bretagne dieses Jahr erst wieder feststellen dürfen. Es gehört dort einfach zum Lebensgefühl, täglich eine lokale Bäckerei aufzusuchen und sie mit mindestens zwei knusprigen Brotstangen unter dem Arm wieder zu verlassen. Noch vor Erreichen des Campervans wird dann schon gierig das erste Stück abgerissen, weil es einfach zu verführerisch duftet und aussieht. Als wir eines Tages in einem Restaurant in einem kleinen Künstlerort zu Mittag aßen und man uns herrlichstes, fluffig-weiches Brot reichte (kein Baguette!), wollte ich unbedingt wissen, wo es gebacken wurde. Daraufhin schickte man uns zwei Straßen weiter, zur ältesten Bäckerei des Ortes, in der wir dann mit Händen und Füßen (und nur wenigen Französischvokabeln) jenes schmackhafte Backwerk beschrieben und schließlich kauften. Ich liebe gutes Brot! Und wir Deutschen haben so viel Auswahl wie keine andere Nation auf der Welt: Über 3.200 Brotsorten gibt es hierzulande. Während in Frankreich simple Weizenbrote dominieren, ist die Vielfalt bei uns unerschöpflich – vom Roggenmischbrot über die Dinkelkruste bis hin zum Emmer-Urkorn. Und obwohl Brot fest zu unserer (Ess-)Kultur gehört, kommt es bei einigen Menschen immer seltener auf den Teller: zu viele Kohlenhydrate, zu viele KaloBesser als gedacht? Chefredakteurin von „Gesundheit erlangen“ rien und ungesundes Gluten, heißt es dann oft. Aber was ist dran an diesen Vorurteilen? Ist Brot wirklich ein ungesunder Dickmacher oder doch eine solide Ballaststoffbasis? Die Expertinnen und Experten des Hector-Centers für Ernährung, Bewegung und Sport des Uniklinikums Erlangen gehen diesen Fragen auf den Grund (S. 50). Ganz genau hinsehen muss auch das Team des Aortenboards, das gemeinsam darüber entscheidet, wann und wie lebenswichtige Eingriffe an der Hauptschlagader – der Aorta – durchgeführt werden. Der fachübergreifende Ansatz half u. a. dem Studenten Hannes R. (S. 12). Daneben berichtet die 71-jährige Monika F., warum sie ihre verengte Halsschlagader operieren ließ und was sie für einen gesunden Lebensstil tut (S. 8). Wesentlich seltener als derartige Verkalkungen sind angeborene Fehlbildungen der Lymph- oder Blutgefäße. Doch auch für diese gibt es am Uniklinikum Erlangen eine Spezialambulanz – die einzige in ganz Nordbayern (S. 16). Und weil gilt „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“, wünsche ich Ihnen nun eine erkenntnisreiche Lektüre und neue Anregungen für einen gesunden Alltag. Ganz nah ... durfte ich für diese Ausgabe zwei Frühchenfamilien begleiten. Das war auf vielen Ebenen bewegend: weil das Team der Neonatologie so liebevoll mit den Kindern umgeht, weil die Eltern alles so bewundernswert meistern, weil selbst die Kleinsten schon so große Kämpferinnen und Kämpfer sind und weil der Bunte Kreis Erlangen die Familien auch zu Hause nicht allein lässt. Lesen Sie selbst (S. 20)!

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