Gesundheit erlangen - Sommer 2026

Komplexe Ursachen Sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen spontanen Urtikaria schüttet der Körper den Botenstoff Histamin aus, der die typischen Hautreaktionen hervorruft. Die Auslöser dafür sind jedoch vielfältig: Bei der akuten Form liegt häufig eine Infektion zugrunde, etwa ein grippaler Infekt oder eine Mandel- beziehungsweise Nasennebenhöhlenentzündung. Die chronische spontane Nesselsucht ist hingegen manchmal auf einen versteckten chronischen Entzündungsherd, etwa im MagenDarm-Trakt oder im Zahnbereich, zurückzuführen. Auch Autoantikörper, die sich fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen richten, können die Erkrankung auslösen. Zudem gibt es Hinweise da- rauf, dass körperlicher oder psychischer Stress die Beschwerden verstärken kann. „Bei rund der Hälfte aller Betroffenen kann die Ursache leider nicht näher bestimmt werden“, betont Dr. Wagner. Juckreiz, lass nach! Die Behandlung der Urtikaria erfolgt meist symptomatisch. „Zur Linderung der Beschwerden wird zunächst ein Antihistaminikum verabreicht, also ein Medikament, das die Wirkung des Botenstoffs Histamin blockiert. Klingt die Hautreaktion nicht ausreichend ab, erhöhen wir die Dosis“, erklärt Dr. Wagner. „Bleiben die Beschwerden weiterhin bestehen, kommen die Wirkstoffe Omalizumab, Dupilumab oder Remibrutinib zum Einsatz, während in besonders schweren Fällen Immunsuppressiva notwendig sein können, die das Immunsystem unterdrücken. Wenn zusätzliche Symptome bestehen oder ein Verdacht auf begleitende Erkrankungen vorliegt, ist eine interdisziplinäre Abklärung sinnvoll, um andere Diagnosen auszuschließen oder zu bestätigen“, sagt die Hautärztin. „Gegebenenfalls sollte dann auch die Grunderkrankung mitbehandelt werden.“ Gute Prognose „Auch wenn die Nesselsucht für Betroffene sehr belastend ist, lässt sie sich in den allermeisten Fällen gut unter Kontrolle bringen“, bekräftigt Dr. Wagner. „Bei vielen Patientinnen und Patienten bessern sich die Beschwerden im Verlauf deutlich oder verschwinden sogar vollständig.“ Verwechslungsgefahr In manchen Fällen ist ein Angioödem auch auf einen erblichen Gendefekt zurückzuführen. Man spricht dann auch von einem Hereditären Angioödem (HAE). Anders als bei der Nesselsucht juckt die Schwellung nicht, kann aber durch den Druck im Gewebe Schmerzen verursachen. Da die Gewebeveränderung jedoch nicht wie bei der Nesselsucht auf eine Histaminausschüttung zurückzuführen ist, sprechen Betroffene in der Regel nicht auf Antihistaminika an. Eine sorgfältige Diagnostik und Behandlung in einem spezialisierten Zentrum sind daher entscheidend. Kälte, Hitze, Wasser, Druck Bei einzelnen Patientinnen und Patienten sind physikalische Reize wie Hitze, Kälte, UV-Strahlung, Reibung oder Druck Auslöser für die Beschwerden. Dann handelt es sich um eine chronisch induzierbare Urtikaria. Die Hautreaktion ist dabei in der Regel auf das Areal begrenzt, auf dem der Reiz auftrat, und klingt langsam ab, sobald dieser verschwindet. Hautklinik Sprechstunden für Urtikaria und Angioödeme Telefonische Terminvereinbarung: 09131 85-33836 (8.00–13.00 Uhr) E-Mail: allergieambulanz@uk-erlangen.de www.hautklinik.uk-erlangen.de | 17 Titel

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