Gesundheit erlangen - Sommer 2026

Pilzbestimmung per PCR-Test Für die Diagnostik wird in der Regel Nagelmaterial entnommen und im Labor auf einen Nährboden gegeben, um zu beobachten, ob sich darauf ein Pilz anzüchten lässt. Dr. Maronna betont: „Wichtig ist, dass die Patientin oder der Patient noch nicht mit speziellem Nagellack begonnen hat beziehungsweise, dass diese Behandlung mindestens vier Wochen lang ausgesetzt wurde, denn: Der Lack enthält pilzabtötende Substanzen, sodass dann im Labor zwangsläufig nichts wächst.“ Genauer und schneller als mit einer Pilzkultur lassen sich Erreger mit dem molekularbiologischen Verfahren der Multiplex-Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR, nachweisen. „Auch in der Erlanger Hautklinik können wir geeigneten Patientinnen und Patienten die Myko-PCR anbieten. Das Ergebnis liegt meist innerhalb einiger Tage vor; bei der Pilzkultur dauert es hingegen ein paar Wochen“, erklärt Andreas Maronna. In die Zange genommen Ist die Diagnose gesichert, kann der Nagelpilz äußerlich und innerlich bekämpft werden. „Äußerlich angewendete Lacke kann man versuchen, wenn maximal 50 Prozent des Nagels – von der Außenseite kommend – betroffen sind und nicht mehr als drei Nägel insgesamt“, sagt der Hautarzt. „Bei größerem Befall sind ergänzend Tabletten ratsam. Aber auch wer die einnimmt, sollte zusätzlich Lack auftragen. So wird der Pilz innerlich und äußerlich in die Zange genommen.“ Entscheidend ist, den kaputten Nagel vorzubereiten – entweder selbst oder im Rahmen einer medizinischen Fußpflege. „Der aufgeweichte, verdickte Nagel muss zuerst heruntergeschmirgelt und gefeilt werden, sodass er dünner wird und der Nagellack überhaupt tief genug eindringen kann“, erläutert Dr. Maronna. Ohne diese Vorarbeit habe eine Nagellackbehandlung wenig Aussicht auf Erfolg. Und selbst dann braucht es Geduld: Mindestens sechs bis zwölf Monate müsse man für die innerliche und äußerliche Nagelpilzbehandlung einplanen, denn Fußnägel wachsen verhältnismäßig langsam. „Dass der Pilz von allein wieder verschwindet, ist unwahrscheinlich“, stellt der Experte klar. „Es ist für viele in erster Linie kosmetisch störend, kann aber auch andere medizinische Probleme nach sich ziehen. Betroffene haben nämlich in der Regel auch Fußpilz. Beide Mykosen zusammen greifen die Hautbarriere an und machen anfälliger für bakterielle Infektionen.“ Wer sich für die innerliche, also die systemische Therapie, entscheidet, wird vorher gut aufgeklärt. „Bei dem Antimykotikum Terbinafin, das täglich eingenommen wird, kann es zum Beispiel zu Geschmacksstörungen oder Magen-Darm-Problemen kommen. Auch Veränderungen bei der Blutbildung wurden vereinzelt beobachtet“, zählt Dr. Maronna auf. „Bei Menschen, die insgesamt viele verschiedene Medikamente einnehmen, achten wir besonders auf mögliche Wechselwirkungen. Diese können beispielsweise mit Mitteln gegen Bluthochdruck auftreten.“ Dr. Andreas Maronna ist Oberarzt der Hautklinik, Leiter der Andrologie und u. a. Experte für Haut- und Nagelpilz. Nagelpilz vermeiden Zur Vorbeugung gehören vor allem gut sitzende, atmungsaktive Schuhe, Badeschlappen in Schwimmbädern und Hotels, das Waschen von Socken und Handtüchern bei mindestens 60 Grad, das gründliche Abtrocknen der Füße nach dem Baden oder Duschen sowie eine regelmäßige Fußpflege, vor allem bei Menschen mit Diabetes oder Durchblutungsstörungen. | 19 Titel

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