Haferkraft MITTEL DER WAHL Ob als Porridge, Over-Night-Oats oder klassisches Birchermüsli: Haferflocken zum Frühstück sind beliebt. Und das zu Recht: Das heimische Getreide ist ein wahres Superfood. VON MAGDALENA HÖGNER Es gibt ihn als ganzes Korn, Grütze, Kleie oder Mehl. Seine Flocken sind wahlweise kernig, zart oder gar zartschmelzend erhältlich. Man findet ihn unter anderem in Pflanzendrinks, Keksen, Riegeln und Bratlingen. Mal wird er als süßes Frühstück serviert, mal – ähnlich wie Reis – als herzhafte Beilage. Doch Hafer ist nicht nur ein kulinarisches Multitalent, sondern liefert vor allem auch eine Fülle wertvoller Nährstoffe. Ballaststoffe, Baby! Hafer ist zudem äußerst ballaststoffreich. Vor allem der hohe Anteil des wasserlöslichen Ballaststoffs Beta-Glucan bietet viele gesundheitliche Vorteile: Er lindert Magen-Darm-Beschwerden, fördert eine gesunde Darmflora und lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen, als es bei anderen Lebensmitteln mit ähnlichem Kohlenhydratgehalt der Fall wäre. Deshalb halten haferbasierte Mahlzeiten nicht nur lange satt, sondern sind auch bei Typ-2-Diabetes eine gute Wahl. Darüber hinaus ist Beta-Glucan ein natürlicher Cholesterinsenker: Bereits drei Gramm des Ballaststoffs täglich – enthalten in rund 80 Gramm Haferflocken oder 40 Gramm Kleie – können einen moderat erhöhten LDL-Cholesterinspiegel innerhalb von acht Wochen um etwa 15 Prozent senken. Eine Studie der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie des Uniklinikums Erlangen deutet zudem darauf hin, dass sich eine ballaststoffreiche Ernährung positiv auf entzündliche Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis auswirken kann. Hafer im Nährstoffcheck Mit rund sieben Gramm Fett pro 100 Gramm ist Hafer das heimische Getreide mit dem höchsten Fettgehalt – er besticht dabei vor allem durch einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren, die sich positiv auf das Herz-KreislaufSystem auswirken. Auch der Proteingehalt kann sich sehen lassen: Seine 13 Prozent machen ihn zu einer guten pflanzlichen Eiweißquelle. Zusätzlich enthält Hafer Vitamine wie B1 und B6 und ist reich an Mineralstoffen wie Mag- nesium, Zink, Eisen, Phosphor, Kalium und Kalzium. Letztere kann der Körper besonders gut aufnehmen, wenn Haferflocken vor dem Verzehr – etwa über Nacht – in Wasser eingeweicht wurden. Hafer statt Spritze? Auch in den sozialen Medien liegt Hafer aktuell im Trend: Unter dem Hashtag „Oatzempic“ verspricht ein Haferflockensmoothie – ähnlich wie die „Abnehmspritze“ Ozempic – schnelle Hilfe bei der Gewichtsreduktion. Zwar kann das Hafergetränk durchaus eine kalorienarme, nährstoffreiche und sättigende Alternative für eine einzelne Mahlzeit sein, jedoch ist es weder ein Abnehmwundermittel, noch ersetzt es eine ausgewogene Ernährung. Fest steht aber: Hafer ist ein wertvoller Bestandteil davon! 36 | Medizin
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