Gesundheit erlangen - Sommer 2026

hielt die langersehnte, womöglich lebensrettende CAR-T-Zell-Infusion. Im Hintergrund lief Trash-TV“, sagt sie und lacht. Die Behandlung schlug an: Die Blutwerte verbesserten sich zügig und die angegriffenen Organe erholten sich. Doch Thu Thao Vu This Körper musste sich erst wieder daran gewöhnen, zu funktionieren. „Aufgrund meiner Schmerzen hatte ich mich zwei Jahre lang kaum bewegt – meine Muskulatur war sehr schwach“, erklärt sie. Sie musste das Laufen neu erlernen und auch das Atmen, denn durch die Rippenfellentzündung war ihre Atmung nur noch sehr flach. Monatelang trainierte sie zu Hause, besuchte nebenbei die Schule. Mathe, Englisch, Laufen lernen. Das war ihr Stundenplan. „Meine Selbstständigkeit war mir immer sehr wichtig – ich wollte das alleine schaffen“, betont sie. Rund ein halbes Jahr nach der CAR-T-Zell-Gabe fühlte sie sich wieder wie sie selbst. „Nach all den kräftezehrenden Jahren war ich endlich beschwerdefrei. Ich konnte sogar wieder Sport machen!“, erzählt sie und strahlt. Fast 1.000 Tage nach der Infusion war der SLE nicht mehr im Blut nachweisbar. Medizingeschichte geschrieben Am 22. März 2026 jährte sich die CAR-T-Zell-Gabe zum fünften Mal. Für Thu Thao Vu Thi ein Meilenstein. „Bei vielen Krebserkrankungen gilt man fünf Jahre nach Therapieende als geheilt“, erklärt sie. „Ich weiß, dass man bei Autoimmunerkrankungen nicht von ,Heilung‘ spricht – aber es fühlt sich für mich so an!“ Erst im Januar 2026 veröffentlichten Prof. Schett und Prof. Mackensen die weltweit größte Studie zur Wirksamkeit von CART-Zellen bei Autoimmunerkrankungen – der Behandlungserfolg bei Thu Thao Vu Thi war hierfür wegbereitend. Insgesamt konnten im Rahmen der Studie 24 Patientinnen und Patienten mit lebensbedrohlichen Autoimmunerkrankungen von ihren Beschwerden befreit werden. „Mir war damals gar nicht bewusst, welche Wellen mein Fall geschlagen hat“, erzählt die junge Frau. Heute weiß sie es, denn die 25-Jährige studiert inzwischen Industrielle Biotechnologie in Ansbach. „Einmal ging es in einer Vorlesung um CAR-T-Zellen. Plötzlich sah ich ein Foto in den Vorlesungsunterlagen und stellte fest: ,Huch, das bin ja ich!‘“, sagt sie und lacht. Nach wie vor spielt die Erkrankung in ihrem Leben eine wichtige Rolle: Nach dem Studium möchte sie selbst zu CAR-T-Zellen forschen. Zudem steht sie regelmäßig mit anderen SLE-Patientinnen und -Patienten im Austausch und ermutigt sie auf ihrem Weg. Ihnen und anderen Betroffenen mit bisher nicht heilbaren Erkrankungen möchte sie eine Botschaft mitgeben: „Die Forschung bewegt sich so schnell voran – es ist sehr wahrscheinlich, dass es auch für euch bald eine Therapie geben wird. Haltet durch!“ Thu Thao Vu Thi feierte im März 2026 das fünfjährige Jubiläum ihrer CAR-T-Zell-Behandlung. In den sozialen Medien veröffentlichte sie dieses Foto und wandte sich mit diesen Worten an das ärztliche Team: „Ihr habt mir nicht nur diese Therapie ermöglicht, sondern mir mein Leben zurückgegeben. Dafür werde ich euch immer dankbar sein.“ Video: Neues Leben dank CAR-T-Zellen www.gesundheit-erlangen.com | 41 Menschen

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