Mehr Power, weniger Pause? GESUND GENIEßEN In der Prüfungsphase, beim Sport, während einer langen Partynacht oder schlicht im Mittagstief: Energydrinks sollen uns schnell wach und leistungsfähig machen. Doch was ist dran an diesem Versprechen und welche Gefahren gehen mit dem Konsum einher? VON BARBARA MESTEL Sie tragen coole Namen und kommen in schicken Verpackungen daher: Energydrinks, also Getränke, die uns schnell einen Energieschub verleihen sollen. Der Blick aufs Kleingedruckte verrät: In der Dose befinden sich meist vor allem Wasser und Zucker; hinzu kommen Koffein, Taurin, Guarana sowie zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. „Die Mischung machts“, bringt es Dr. Maximilian Zandt, Oberarzt der Medizinischen Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie des Uniklinikums Erlangen, auf den Punkt. Genau diese Mischung macht Energydrinks aber auch so bedenklich. „Es handelt sich um eine Kombination aus stimulierenden Substanzen, teils in großen Mengen. Insbesondere bei schnellem oder regelmäßigem Konsum bringt das gesundheitliche Risiken mit sich“, betont der Experte. „Energydrinks sind keinesfalls Erfrischungsgetränke, sondern Produkte mit klarer pharmakologischer Wirkung. Denn sie beeinflussen mit ihren Wirkstoffen gezielt Körperfunktionen und biologische Prozesse.“ Herz aus dem Takt Die Inhaltsstoffe des Energydrinks aktivieren das sympathische Nervensystem und führen zu einem Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck. Der Körper gerät in einen Zustand erhöhter Leistungsbereitschaft – genau das erhoffen sich die Konsumentinnen und Konsumenten in der Regel. Allerdings können Energydrinks auch die elektrische Stabilität des Herzens beeinflussen und damit Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Extraschläge, sogenanntes Herzstolpern, begünstigen. Bei hohen Dosen oder Vorerkrankungen sind darüber hinaus schwerwiegende Erkrankungen des HerzKreislauf-Systems möglich. Medizinerinnen und Mediziner gehen davon aus, dass auch die Darmgesundheit beeinträchtigt wird, insbesondere durch das enthaltene Taurin. „Zudem ist der Zuckeranteil häufig sehr hoch. Er liegt oft bei 30 bis 50 Gramm pro Dose“, erläutert Dr. Zandt. „Zum einen besteht bei regelmäßigem Konsum das Risiko für Übergewicht und Diabetes. Zum anderen lassen diese süßen Getränke den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen 50 | Ernährung
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