Gesundheit erlangen - Sommer 2026

Krebspatientinnen und -patienten weinen. Sie erinnert sich noch gut daran, wie ihr Sohn sie damals von der Untersuchung abholte und immer wieder verzweifelt auf das Lenkrad seines Autos schlug. „Die Ärztin in Fürth klärte dann alles mit Erlangen ab, sodass ich dort schnell einen Termin bekam“, berichtet Marija P. „Es war wie ein Räderwerk, das perfekt ineinandergriff. Jeder wusste immer, was der andere schon gemacht hatte“, bestätigt eine Freundin der Patientin. Sie hat Marija P. in all der Zeit begleitet. „Sie ist mein Engel. Ich weiß nicht, wie ich das ohne sie geschafft hätte“, sagt Marija P. Im Juni 2024 zeigten CT-Aufnahmen am Uniklinikum Erlangen, dass der Krebs schon mehrere Lymphknoten sowie Lunge und Leber befallen hatte. Ein späteres MRT offenbarte auch Metastasen im Gehirn. Stadium vier von vier. Doch der Ursprungstumor, ein ursächliches Muttermal auf der Haut, ließ sich nicht finden. „Bei etwa fünf Prozent aller Melanomfälle ist das so“, erklärt PD Dr. Michael Erdmann, Oberarzt der Hautklinik. „Der Tumor kann zum Beispiel versteckt irgendwo auf der Schleimhaut sitzen oder vom Immunsystem abgebaut werden, bevor wir ihn entdecken. Mit feingeweblichen Untersuchungen von Metastasen können wir die Tumorzellen aber trotzdem näher bestimmen.“ Anfang Juli leiteten Dr. Erdmann und seine Kollegin Dr. Rafaela Kramer eine Immuntherapie für Marija P. ein – drei Infusionen innerhalb von sechs Wochen. „Ich habe gebetet und ich hatte so ein Vertrauen zu der Ärztin, dass ich dachte: Es wird schon“, sagt die 57-Jährige. Wenn eine OP nicht reicht „Mehr als 90 Prozent der Melanompatientinnen und -patienten können wir sehr gut mit einer Operation helfen“, erklärt Prof. Berking. „Der Hauttumor wird dann großzügig entfernt. Je kleiner und oberflächlicher er ist, desto besser die Prognose. Wenn er schon in die Tiefe gewachsen ist und Metastasen gebildet hat, stehen die Chancen schlechter.“ Marija P. gehörte zu den weniger als 10 Prozent der Erkrankten, bei denen der Tumor schon weiter fortgeschritten oder nicht operabel ist. Für diese Fälle sind erst seit rund zehn Jahren moderne Immuntherapien verfügbar. Carola Berking erklärt: „Meistens meinen wir damit → Die Hälfte der Behandelten führen wir dank Immuntherapien in Richtung Langzeitüberleben. Prof. Dr. Carola Berking Marija P. im Flur ihrer Nürnberger Wohnung. „Das ist mein Lieblingsbild, weil es einfach mein Leben zeigt – mit einem Licht der Hoffnung in der Mitte“, sagt sie. | 9 Titel

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