10 | Titel Fortsetzung von S. 9 tung des Gehirns. Betroffene sollten umgehend neurologisch untersucht werden, denn ihr Schlaganfallrisiko ist deutlich erhöht“, betont die Gefäßchirurgin. „Ist eine behandlungsbedürftige Carotisstenose die Ursache für die Durchblutungsstörung, stimmen wir das weitere Vorgehen gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Neurologischen Klinik ab und operieren möglichst zeitnah.“ OP mit Augenmaß Bei beschwerdefreien Verläufen ist eine Operation nicht immer erforderlich. Stattdessen sehen die Leitlinien zunächst eine Behandlung mit blutverdünnenden und cholesterinsenkenden Medikamenten vor. Zudem sollten Grunderkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes therapiert werden, und auch ein gesunder Lebensstil ist förderlich. „Die Carotis wird dann halbjährlich per Ultraschall kontrolliert, beispielsweise in der hausärztlichen Praxis“, erklärt Dr. Almási-Sperling. Falls sich der Befund trotz medikamentöser Therapie verschlechtert, die Halsschlagader bereits bei der Diagnose hochgradig verengt ist oder die Plaque instabile Merkmale aufweist, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dabei sind der gesundheitliche Nutzen, der körperliche Allgemeinzustand sowie mögliche Risiken zu berücksichtigen. „Wir wägen sehr genau ab, ob die jeweilige Patientin oder der jeweilige Patient von einem chirurgischen Eingriff profitieren würde“, betont die Expertin. Zwei Verfahren, ein Ziel Bei der Patch-Plastik wird die Halsschlagader längs geöffnet. Nachdem die Plaque herausgelöst wurde, erweitert ein eingenähter „Gefäß- flicken“ die Arterie. Bei der Eversionsendarteriektomie wird das Gefäß dagegen quer durchtrennt, umgestülpt und auf diese Weise von den Ablagerungen befreit. Danach wird die Arterie wieder zusammengenäht. Dr. Veronika Almási-Sperling, geschäftsführende Oberärztin der Gefäßchirurgischen Abteilung des Uniklinikums Erlangen, untersucht die Halsschlagader einer Patientin per Ultraschall. Erst links, dann rechts Monika F. nahm zum Zeitpunkt ihrer Diagnose aufgrund der Verkalkung einer Beinarterie bereits Medikamente ein, lebte gesund und war körperlich fit. Angesichts der hochgradigen Verengung auf beiden Seiten riet ihr das ärztliche Team zu einer chirurgischen Behandlung. „Ich war zuvor noch nie in meinem Leben operiert worden. Trotzdem hatte ich keine Angst davor. Meine einzige Sorge galt dem Schlaganfallrisiko – und genau das ließ sich durch die Operationen deutlich senken“, sagt sie. In zwei jeweils etwa einstündigen Eingriffen entfernte das Operationsteam die Ablagerungen: im Februar 2026 auf der linken, im Juli auf der rechten Seite. Beide Male konnte die Patientin das Uniklinikum Erlangen bereits nach drei Nächten wieder verlassen. „Die Operation von Carotisstenosen ist in unserer Abteilung ein standardisierter Routineeingriff. Dabei stehen uns zwei Verfahren zur Verfügung: die Patch-Plastik und die Eversionsendarteriektomie, kurz EEA“, erklärt Dr. Almási-Sperling. Bei beiden
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