Gesundheit erlangen - Herbst 2026

| 11 Titel Gefäßchirurgie Telefon: 09131 85-32968 E-Mail: gefaesschirurgie-sekr@uk-erlangen.de www.gefaesschirurgie.uk-erlangen.de Methoden wird die Halsschlagader über einen etwa fünf bis acht Zentimeter langen Schnitt entlang einer natürlichen Hautfalte am Hals freigelegt. Anschließend klemmt das Operationsteam das Gefäß vorübergehend ab, öffnet es mit einem Schnitt exakt über der Engstelle und schält die Ablagerungen aus der Gefäßwand. „Während der Operation überwachen wir die Hirnströme sowie die Gehirndurchblutung, und mithilfe einer Angiografie, also einer radiologischen Darstellung der Gefäße, können wir das Ergebnis nach der Rekonstruktion sofort überprüfen. Eine neurologische Beurteilung stellt zudem sicher, dass keine Nervenschäden entstehen“, betont die Expertin. Risiko deutlich gesunken Die Wunden sind bei Monika F. gut verheilt und heute kaum noch zu sehen. Vor allem aber ist die Patientin erleichtert, dass die gefährlichen Engstellen erfolgreich beseitigt wurden und ihr Schlaganfallrisiko deutlich gesunken ist. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das operierte Gefäß erneut verengt, ist sehr gering“, erklärt Dr. Almási-Sperling. Dennoch bleiben regelmäßige Kontrollen wichtig. Ist zunächst nur eine Halsschlagader betroffen, kann sich später auch auf der anderen Seite eine Stenose entwickeln. „Da eine Carotisstenose häufig Ausdruck einer allgemeinen Gefäßverkalkung ist, sollte zudem die medikamentöse Therapie fortgeführt und das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko regelmäßig hausärztlich oder kardiologisch überwacht werden – auch dann, wenn die Halsschlagader selbst nicht behandlungsbedürftig ist“, betont die Gefäßchirurgin. Auch Monika F. wird ihre Medikamente weiterhin einnehmen und alle sechs Monate zur Ultraschallkontrolle gehen. Ihren gesunden Lebensstil möchte sie ebenfalls beibehalten, um Gefäßablagerungen an weiteren Stellen möglichst vorzubeugen. Anderen Betroffenen legt sie ans Herz: „Nehmen Sie Ihre Gesundheit ernst und gehen Sie die Sache mit Verstand an. Man kann nicht alles verhindern – aber man kann selbst viel dafür tun, gesund zu bleiben.“ Stent statt OP? Als Alternative zur Operation kommt bei einigen Patientinnen und Patienten ein Carotis-Stenting infrage. Insbesondere nach einer Bestrahlung des Halses bei Krebserkrankungen oder bei einem erhöhten Operations- und Narkoserisiko ist dieser Eingriff sinnvoll. Bei dem minimalinvasiven Verfahren wird mittels eines Katheters ein feines Metallgitter (Stent) in die verengte Halsschlagader eingeführt. Die Gefäßstütze hält die Carotis offen, sichert den Blutfluss zum Gehirn und kann so das Schlaganfallrisiko senken. Ursachen und Risikofaktoren Eine Carotisstenose entsteht meist durch Arteriosklerose: Dabei lagern sich Fette, Kalk und Bindegewebe an der Gefäßwand ab und verengen die Halsschlagader. Begünstigt wird dieser Prozess vor allem durch Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes, Übergewicht und Bewegungsmangel. Auch das Alter und eine genetische Veranlagung spielen eine Rolle. Häufig sind neben der Halsschlagader auch andere Gefäße betroffen.

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIyMTAw