Gesundheit erlangen - Herbst 2026

22 | Feature Pflegefachkraft Annika Drexler leitet Daniel B. bei der Versorgung von Benedikt an und hilft ihm dabei, dem Kleinen seinen Strampler wieder anzuziehen. Anschließend darf der Papa seinen Sohn im Arm halten. Benedikt ist so ein kleiner, zierlicher Mensch. Da mussten wir erst mal Berührungsängste abbauen. Daniel B. Fortsetzung von S. 21 Es war sehr emotional, der Kopf kam gar nicht so schnell hinterher. Aber wir haben gleich gemerkt, dass wir hier in guten Händen sind.“ In kleinen Schritten Statt im Geburtsvorbereitungskurs lernen die jungen Eltern aus Höchstadt jetzt direkt auf Station, wie sie mit ihrem Baby umgehen sollten. Sie entwickeln Routine darin, Benedikt im Brutkasten ruhig zu begrüßen, ihn langsam über die Seite umzulagern, ihn zu wickeln, vorsichtig zu halten, seine Bedürfnisse zu erkennen, ihm Muttermilch zu geben, Blutdruck und Temperatur zu messen und den Sauerstoffsensor von einem Füßchen zum anderen zu wechseln, damit die zarte Haut keine Druckstellen bekommt. Sie erfahren, dass flüchtiges Streicheln ihren Sohn eher irritiert, aber eine auf ihm ruhende Hand Sicherheit vermittelt. Spürt Benedikt zum Beispiel eine flächige Berührung an Kopf und Füßen, hilft ihm das, seinen kleinen Körper im Raum wahrzunehmen. Gleichzeitig erinnert ihn das an die räumliche Enge im Mutterleib. Immer an der Seite der Eltern: erfahrene und auf Frühgeborene spezialisierte Pflegefachpersonen. Gut beobachtet von ihnen übt Benedikt auch das selbstständige Atmen ohne zusätzlichen Sauerstoff, indem ihm die kleine Maske zur Atemunterstützung eine Zeit lang abgenommen wird. „Er schafft es teilweise schon eine Stunde allein“, berichtet seine Mama stolz. Die pflegerische Leitung der Station Neonatologie 1, Katrin Klein, erklärt: „Wir arbeiten hier mit der basalen Stimulation. Mit sanften Berührungen, ruhigen Bewegungen und vertrauten Stimmen geben wir den Frühchen Orientierung, ohne sie zu überreizen. Dabei behalten wir Kreislauf, Atmung, Mimik und Motorik immer im Blick und passen uns auch an die Wach- und Schlafphasen der Kinder an. Ausreichend Ruhe ist ganz wichtig – unter anderem für das Wachstum und die Entwicklung des Gehirns.“ Abends nach Hause zu gehen und Benedikt in der Klinik zurückzulassen, fällt Daniel und Daniela B.

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