Gesundheit erlangen - Herbst 2026

24 | Feature Während sich Petra Oehrlein mit Papa Serhat M. unterhält, bringt sie die kleine Serem zum Lachen. Fortsetzung von S. 23 „Der große Vorteil ist, dass wir am Uniklinikum alle kindermedizinischen Fächer vereinen und die jeweiligen Expertinnen und Experten immer hier vor Ort haben“, betont Prof. Reutter. Und so öffnete das kinderchirurgische Team Yamans winzigen Bauchraum und legte mithilfe von Miniaturinstrumenten und extrafeinen Fäden einen künstlichen Darmausgang an; auch eine Leistenhernie wurde operiert – genau wie bei seinem Bruder Karan. Ihre Schwester hingegen musste am Herzen behandelt werden und nahm besonders zögerlich zu. „Es war eine schwere Zeit“, gesteht Gizem T. „Und auch zu Hause habe ich mir noch viele Gedanken gemacht. Jedes zugenommene Gramm war für mich so wichtig.“ Umso dankbarer waren sie und ihr Mann für den Bunten Kreis. Im Babyalltag ankommen Serem, Karan und Yaman wurden zeitversetzt aus der Kinderklinik entlassen. Ab Tag eins war Petra Oehrlein für die Familie da und kam für die folgenden vier Monate einmal pro Woche vorbei. „Wir konnten sie alles fragen, immer anrufen oder eine Nachricht schreiben“, erinnert sich Gizem T. Bei ihren Hausbesuchen wog Petra Oehrlein die Kinder und verfolgte ihre körperliche und geistige Entwicklung, während die Drillinge auf der Krabbeldecke lagen und sie mit den Eltern sprach. Die erfahrene Fachkinderkrankenschwester schulte die Eltern im Umgang mit Sauerstoffgerät und Überwachungsmonitor, beriet zu Medikamentengaben, hatte anstehende Arzttermine mit im Blick und half immer wieder einzuschätzen: Ist das normales Säuglingsverhalten? Oder ist es der Frühgeburtlichkeit geschuldet und muss genauer kontrolliert werden? „Ganz wichtig war mir, das Selbstvertrauen der Eltern aufzubauen und sie in ihrem Tun zu bestärken“, erklärt Petra Oehrlein. Gizem T. sagt: „Ich wollte von Anfang an sehr viel – Physio, Heilpraktiker, Frühförderung. Es waren ja Frühchen und ich hatte Angst, dass es Folgen haben könnte, wenn wir das nicht machen.“ Die Nachsorgeexpertin erläutert: „Mir ging es darum, zu vermitteln, dass die drei erst mal in Ruhe im Babyalltag ankommen dürfen und dass sie Zeit brauchen, sich zu entwickeln.“ Gizem T. erinnert sich: „Bei Serem habe ich einfach nicht die richtige Fütterposition gefunden, in der sie die Flasche nahm. Frau Oehrlein hat mir dann eine Variante gezeigt, bei der meine Tochter längs in meinem Schoß liegt – das machen wir bis heute so.“ Auch Alltagstipps der Expertin – wie der, sich vielleicht einen automatischen Milchflaschenbereiter zuzulegen – waren für die Drillingseltern Gold wert. Bei Petra Oehrlein, die schon viele Kinder und Eltern betreut hat, wird diese Bunte-Kreis-Familie besonders im Gedächtnis bleiben: „Drillinge hat man nicht alle Tage – und dann noch so kleine Frühchen. Ich habe die Eltern immer dafür bewundert, wie sie das alles meisGanz wichtig war mir, das Selbstvertrauen der Eltern aufzubauen. Petra Oehrlein

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