Gesundheit erlangen - Herbst 2026

30 | Medizin Haben Sie bei der Reanimation keine Angst, etwas falsch zu machen! Sie können dem Kind nicht schaden – nur helfen! Stefan Zimmermann Fortsetzung von S. 29 Gestürzt – und nun? Ob beim Fahrradfahren oder bei den ersten Gehversuchen: „Die meisten Stürze sind bei Kindern weniger schlimm, als sie auf den ersten Blick erscheinen“, sagt Dr. Hébert. „Beruhigen Sie Ihr Kind und überprüfen Sie, ob es offene Wunden gibt, die versorgt werden müssen.“ Sollten Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Übelkeit oder Erbrechen auftreten – auch mehrere Stunden nach dem Sturz –, ist eine Vorstellung im Krankenhaus ratsam, da sie auf eine Gehirnerschütterung hinweisen können. Bei starker Benommenheit, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen sollte hingegen direkt der Rettungsdienst verständigt werden. Präventionsmaßnahmen können außerdem helfen, das Risiko für Stürze zu reduzieren und Schlimmeres zu verhindern: „Lassen Sie Säuglinge bitte nicht unbeaufsichtigt am Wickeltisch, schließen oder sichern Sie Fenster, Balkontüren und Treppen und lassen Sie Ihren Sohn oder Ihre Tochter beim Fahrrad-, Skateboard-, Roller- oder Inlinerfahren einen Helm tragen“, rät der Kinderarzt. Kindernotfallkurse Die nächsten Kindernotfallkurse am Uniklinikum Erlangen finden am 16.9.2026, 7.12.2026 und 10.3.2027 jeweils von 16.00 bis 19.00 Uhr statt. Weitere sind in Planung. Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung: www.uker. de/ki-kindernotfallkurse Wiederbelebung bei Kindern „Eltern sollten keine Angst haben – es ist selten, dass man ein Kind reanimieren muss. Aber wenn sie wissen, was im Ernstfall zu tun ist, können Eltern ihrem Kind wirklich gut helfen und die Zeit überbrücken, bis der Rettungsdienst eintrifft“, ordnet Stefan Zimmermann ein. Die Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kindern ähneln denen bei Erwachsenen. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede, die man kennen und beachten sollte. „Bei Erwachsenen ist der Herz-Kreislauf-Stillstand in vielen Fällen auf einen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder andere Komplikationen des Herzens zurückzuführen. Bei Kindern ist meistens ein Sauerstoffmangel durch Atemnot die Ursache; Kreislauf- und Herzprobleme treten oft erst als Folge des Sauerstoffmangels auf“, erklärt der Kinderarzt. „Deshalb beginnt die Wiederbelebung bei Kindern immer mit der Beatmung. Erst dann folgt die Herzdruckmassage.“ Dabei erfordert die kindliche Anatomie teilweise andere Handgriffe, etwa bei der Kopfhaltung, der Beatmung oder der Herzdruckmassage.

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