Gesundheit erlangen - Herbst 2026

| 31 Medizin Kinderklinik www.kinderklinik.uk-erlangen.de (M)ein Kind ist in Lebensgefahr – was soll ich tun? 1. Bewusstsein prüfen Das Kind ansprechen und vorsichtig berühren. Wichtig: Säuglinge niemals schütteln, da es sonst zu Gehirnschäden kommen kann. 2. Notruf veranlassen Falls keine Reaktion zu beobachten ist, sofort den Rettungsdienst unter 112 verständigen oder eine andere Person damit beauftragen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. 3. Atemwege frei machen Das Kind auf den Rücken auf eine feste Unterlage legen. Beim Säugling den Kopf in eine neutrale Position bringen: den Hals nicht überstrecken, die Nase bildet den höchsten Punkt. Ab dem Kleinkindalter den Hals überstrecken, den Kopf leicht nach hinten neigen und das Kinn mit den Fingerspitzen anheben. Dabei keinen Druck auf die Halsweichteile oder den Mundboden ausüben. 4. Atmung überprüfen Die Atemwege geöffnet halten und sehen, hören und spüren, ob eine normale Atmung vorhanden ist. Ist ein Luftstrom an der eigenen Wange spürbar? Die Atmung nicht länger als zehn Sekunden prüfen; im Zweifelsfall immer von einem Atemstillstand ausgehen. 5. Fünfmal beatmen Beim Säugling: Mund und Nase mit dem eigenen Mund umschließen. Beim Kind: Die Nase mit Daumen und Zeigefinger zuhalten und den Mund des Kindes mit dem eigenen Mund umschließen. Die Luft jeweils gleichmäßig für etwa anderthalb Sekunden einblasen. Dabei beobachten, ob sich der Brustkorb hebt. Anschließend den Mund abheben, das Absinken des Brustkorbs abwarten und erneut Luft zuführen. Fünf wirksame Atemspenden geben. 6. Lebenszeichen prüfen Bewegt sich das Kind, hustet es oder atmet es normal? Sind keine eindeutigen Lebenszeichen erkennbar, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. 7. Herzdruckmassage Der Druckpunkt liegt bei Säuglingen und Kindern in der Mitte des Brustbeins. Den Brustkorb etwa um ein Drittel eindrücken und nach jeder Kompression vollständig entlasten. Das Tempo beträgt 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. Der Rhythmus des Songs „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees kommt der notwendigen Frequenz sehr nahe. Beim Säugling: Mit zwei Fingern drücken. Beim Kleinkind: Mit dem Ballen einer Hand drücken. Bei größeren Kindern gegebenenfalls beide Hände verwenden. 8. Wiederbelebung fortführen 30 Herzdruckmassagen und zwei Atemspenden so lange im Wechsel durchführen, bis das Kind Lebenszeichen gibt oder der Rettungsdienst eintrifft. Statt „Prüfen. Rufen. Drücken.“ bei Erwachsenen gilt bei Kindern „Prüfen. Rufen. Beatmen. Drücken.“ Bei Säuglingen erfolgt die Herzdruckmassage mit zwei Fingern. Je größer das Kind ist, desto mehr „Hand“ darf man anlegen: Bei Kleinkindern eignet sich ein Handballen, bei größeren Kindern sollte die gesamte Handfläche genutzt werden.

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