| 43 Trotz hochmoderner Geräte kommt es im Labor immer noch auf menschliche Erfahrung und Handarbeit an, z. B. beim Pipettieren von DNA- und RNA-Extrakten. ... VON ELISABETH FANTISCH. Ruhige Hände braucht die Biologisch-technische Assistentin sowohl an ihrem Arbeitsplatz im Molekularlabor des Pathologischen Instituts des Uniklinikums Erlangen als auch bei ihrem Hobby, dem Imkern. VON BARBARA MESTEL In der molekularen Diagnostik wird in Mikrometern gemessen: Ein Gewebeschnitt, den das Team herstellt, ist 2 bis 5 Mikrometer fein. Im Vergleich dazu wirkt ein menschliches Haar, das einen Durchmesser von etwa 50 bis 100 Mikrometern hat, geradezu dick. „Wir müssen exakt arbeiten, aber auch schnell, denn für unsere Patientinnen und Patienten kommt es auf die Zeit an“, sagt Elisabeth Fantisch. „Zum einen färben wir die Gewebeschnitte für die Beurteilung durch die Pathologinnen und Pathologen an. Zum anderen nutzen wir Next Generation Sequencing. Das heißt, wir isolieren DNA und RNA, damit sie analysiert und krankheitsrelevante Veränderungen präzise identifiziert werden können.“ Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie rasch nach Entnahme der Gewebeprobe eine genaue Diagnose erhalten. Molekulare Diagnostik geht aber noch einen Schritt weiter: „Die molekularen Marker, die wir finden, geben beispielsweise Aufschluss über den voraussichtlichen Krankheitsverlauf und liefern Hinweise, wie aggressiv ein Tumor oder wie wahrscheinlich ein Rückfall ist“, erläutert die stellvertretende Laborleiterin. Dank molekularer Diagnostik ist inzwischen auch die individuelle Anpassung von Therapien möglich. Und mit der Liquid Biopsy steht bereits das nächste Verfahren in den Startlöchern, mit dem künftig z. B. therapierelevante Veränderungen anhand einer Blutprobe diagnostiziert werden können. „Ich arbeite hier in einem tollen Team direkt am Puls der Zeit und kann ganz neue Technologien nutzen“, freut sich die studierte Zell- und Molekularbiologin, die seit 2019 am Uniklinikum Erlangen beschäftigt ist. „Zwar sehen wir unsere Patientinnen und Patienten nicht persönlich, aber wir fühlen schon mit. Besonders, wenn ein Auftrag ganz eilig ist oder die Betroffenen jung sind, wird deutlich, dass hinter jeder Probe ein menschliches Schicksal steht.“ Menschen
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