Gesundheit erlangen - Herbst 2026

AUS DEM MEDIZINKÄSTCHEN Als Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ ihr ständiger Begleiter – insbesondere bei ihren Erkundungstouren durch Franken. Denn Wiebke Sondermann ist erst vor Kurzem von Essen nach Erlangen gewechselt. INTERVIEW VON BARBARA MESTEL „Rechnen Sie mit etwas Gutem“ Wen würden Sie gerne mal auf einen Kaffee treffen? Die Gründer von BioNTech: Ihren Pioniergeist und ihre wissenschaftliche Beharrlichkeit bewundere ich sehr. Zu Beginn meiner Weiterbildung war ich an einer Melanomstudie beteiligt, in der die mRNA-Technologie klinisch untersucht wurde. Umso beeindruckender finde ich, welche globale Entwicklung diese visionäre Idee seitdem genommen hat. Welches Klinikerlebnis ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Es sind die Momente, in denen Patientinnen oder Patienten nach langer Krankheit zum ersten Mal wieder das Gefühl haben: „Ich bekomme mein Leben zurück.“ In der Entzündungsdermatologie sehen wir viele Menschen, die jahrelang unter sichtbaren, schmerzhaften sowie stigmatisierenden Hauterkrankungen leiden. Wenn eine Person nach erfolgreicher Therapie sagt, dass sie wieder kurze Kleidung trägt, schwimmen geht oder sich einfach wieder unter Menschen traut, dann zeigt das sehr eindrücklich, dass Dermatologie weit mehr ist als „nur Haut“. Prof. Dr. Wiebke Sondermann ist seit Februar 2026 stellvertretende Direktorin der Haut- klinik des Uniklinikums Erlangen. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der translationalen und interdisziplinären Erforschung entzündlicher Hauterkrankungen. Was denken andere über Sie, das nicht stimmt? Auf den ersten Blick würden mich viele Menschen wohl eher in einem klassischen Konzert vermuten. Tatsächlich fahre ich aber seit 2014 jedes Jahr zum Tomorrowland-Festival nach Belgien und kenne mich ziemlich gut mit Electronic Dance Music und der DJ-Szene aus. Aus welchem Fehler haben Sie am meisten gelernt? Bei meiner Abreise zum chirurgischen Tertial im Praktischen Jahr in die Schweiz habe ich vor lauter Aufregung mein Auto falsch betankt. Obwohl ich den Fehler sofort bemerkte, musste der Pkw zur Sicherheit abgeschleppt und der Tank teuer gereinigt werden. Mein heutiger Mann lieh mir spontan sein Auto, mein Vater übernahm aus Mitleid die Werkstattkosten. Seitdem weiß ich: Gerade in stressigen Situationen lohnt es sich, die einfachsten Dinge noch einmal zu prüfen. Sie dürfen eine Plakatwand am Erlanger Hauptbahnhof füllen: Was schreiben Sie drauf? „Rechnen Sie mit etwas Gutem.“ Nicht, weil immer alles gut wird, sondern weil positive Erwartungen uns helfen können, offener, mutiger und zuversichtlicher mit schwierigen Situationen umzugehen. Wie stark Erwartungen unser Erleben und auch Behandlungserfolge beeinflussen können, beschäftigt mich sogar wissenschaftlich, u. a. im DFG-Sonderforschungsbereich/Transregio „Treatment Expectation“. 44 | Menschen

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