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Mit Sicherheit gebor(g)en

In der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen können Schwangere selbstbestimmt und sicher gebären. Eventuelle Risiken bei Mutter oder Kind werden frühzeitig mit bedacht und behandelt.

Stand: März 2026, erschienen in Magazin „Gesundheit erlangen“, Frühling 2026 Text (wird nicht aktualisiert): Franziska Männel/Uniklinikum Erlangen; Fotos: Simone Kessler/UK Erlangen; privat; Michael Rabenstein/UK Erlangen. 

„Die Geburt ist ja physiologisch etwas völlig Natürliches. Da müssen wir von außen gar nicht groß eingreifen, wenn alles normal läuft“, erklärt Oberarzt PD Dr. Michael Schneider, Leiter der Geburtshilfe in der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen. „Deshalb ist es auch unser Ziel, dass jede Frau hier eine schöne, möglichst natürliche Geburt ohne unnötige Eingriffe erleben kann.“ Dennoch kann es während einer Schwangerschaft zu Komplikationen kommen – etwa, wenn die Frau vorerkrankt ist oder das Baby im Mutterleib gesundheitliche Probleme entwickelt. „Auch auf diese Risikoschwangerschaften sind wir vorbereitet“, versichert Dr. Schneider, dessen Team entsprechende Patientinnen im Bereich Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin betreut und durch die Schwangerschaft begleitet. „Wir haben den Vorteil, dass wir am Uniklinikum alle Fachdisziplinen vor Ort haben. So können wir zum Beispiel eine Kardiologin oder Kinderkardiologin hinzuziehen, wenn die Schwangere oder ihr Kind herzkrank ist, oder jemanden aus der Medizinischen Klinik 3, wenn eine rheumatische oder eine Autoimmunerkrankung besteht“, erklärt Oberärztin Dr. Adriana Titzmann. „Das Schöne ist, dass für jede Frau die optimale Betreuung zusammengestellt werden kann – von der normalen, erwartbaren Geburt bis hin zu außergewöhnlichen Umständen“, ergänzt Dr. Schneider. „Und während es dann woanders vielleicht heißt ,Das geht definitiv nur mit Kaiserschnitt‘, können wir oft doch eine natürliche Geburt realisieren. In jedem Fall wägen wir ab, ob ein Kaiserschnitt wirklich der bessere, sicherere Weg ist, oder ob es auch anders geht.“ 

Es beginnt weit vor der Geburt

Die Betreuung beginnt schon beim Kinderwunsch. Denn manche Frauen fragen sich: Kann und sollte ich in meinem Gesundheitszustand überhaupt Mutter werden? So ging es auch Julia B., die eine Nierentransplantation hinter sich hat und sich deswegen ausführlich beraten ließ (s. Kasten). Wird die Frau dann tatsächlich schwanger, wird sie am Uniklinikum Erlangen weiter begleitet – immer in enger Absprache mit ihrer jeweiligen Frauenarztpraxis. Im Universitäts-Perinatalzentrum Franken können sowohl bei der Schwangeren als auch bei ihrem ungeborenen Kind wichtige Voruntersuchungen – etwa mit 3D- bzw. 4D-Ultraschall – und sogar erste Behandlungen durchgeführt werden. „Wenn die Frau dann entbindet, sind wir auf alles vorbereitet“, versichert Dr. Schneider und zählt auf: „Beckenendlage, Mehrlinge, Frühgeburt, angeborene oder erworbene Erkrankungen bei Mutter oder Kind. Es gibt eine Intensivüberwachung und einen eigenen Operationssaal, und wir arbeiten von Anfang an mit der Kinderklinik zusammen.“ Das Team der Neonatologie um Prof. Dr. Heiko Reutter ist also bereits in der Pränataldiagnostik mit an Bord und kann so die Zeit nach der Geburt bestmöglich planen. „Die Gynäkologinnen und Gynäkologen tun immer alles dafür, dass die Frau so nah wie möglich an die 39. Schwangerschaftswoche herankommt. Trotzdem kann eine Frühgeburt eintreten. Bei uns in der Neonatologie versorgen wir dann selbst kleinste Frühchen, auch solche unter 1.250 Gramm. Was das betrifft, werden wir regelmäßig in allen Qualitätsmerkmalen hervorragend bewertet“, betont Prof. Reutter. „Bei Bedarf holen wir weitere Kinderfachärztinnen und -ärzte hinzu.“ 

„Die Geburt ist etwas völlig Natürliches. Da müssen wir von außen gar nicht groß eingreifen, wenn alles normal läuft.“

PD Dr. Michael Schneider

Und auch Therapien beginnen manchmal schon weit vor dem errechneten Geburtstermin: „Zum Beispiel können wir dem Fötus durch die Nabelschnur hindurch ultraschallgestützt eine Bluttransfusion verabreichen, um eine Blutarmut zu behandeln“, erklärt Oberarzt Michael Schneider. „Oder wir setzen schon im Mutterleib ein kleines Entlastungsröhrchen beim Kind ein, um etwa Flüssigkeit aus seiner Lunge ins Fruchtwasser abzuleiten. Auch Herzfehler oder Rhythmusstörungen lassen sich bereits vorgeburtlich behandeln.“ 

Von Hebammen einfühlsam betreut

Bei der Geburt wird jede Frau von einer Hebamme und mindestens einer Studentin der Hebammenwissenschaft begleitet. „Wir haben hier je vier moderne Entbindungsräume und Wehenzimmer, die alle Geburtspositionen ermöglichen – beispielsweise im Wasser, auf dem Gebärhocker, Gymnastikball oder im Kreißbett“, erklärt Valentina Kohlmann, die in der Geburtshilfe des Uniklinikums Erlangen das rund 35-köpfige Hebammenteam leitet. In der Regel sind vier bis fünf angestellte Hebammen parallel im Dienst und damit deutlich mehr als in anderen Einrichtungen. „Jede Frau darf uns ihre Wünsche mitteilen“, betont Valentina Kohlmann. „Wir unterstützen unter anderem Hypnobirthing, bei dem sich die Gebärende durch spezielle Atemtechniken selbst in eine tiefe Entspannung bringt; wir bieten Akupunktur, Taping, Massagen und Aromatherapie an“, erklärt sie. „Im Kreißsaal können wir außerdem das Licht dimmen und die Frau kann eigene Musik hören.“ Eine Begleitperson darf immer mit dabei sein. „Manche bringen auch eine Doula mit, also eine spezielle Geburtsbegleiterin, die die Schwangere mental und emotional unterstützt“, ergänzt Dr. Titzmann. „Was Schmerzen betrifft, haben wir für jede Geburtsphase das passende Mittel und setzen es so ein, wie es sich für die Frau in dem Moment richtig anfühlt – von krampflösenden Medikamenten über Akupunktur und Lachgas bis hin zur PDA, der Periduralanästhesie“, so die Gynäkologin. Ist das Neugeborene auf der Welt, sind laut Hebamme Valentina Kohlmann unter anderem das „Auspulsieren“ der Nabelschnur und das Bonding ganz zentral. „Es wird so lange gewartet, bis das gesamte Blut aus der Nabelschnur zum Kind übergegangen ist. Erst dann wird sie durchtrennt. Das ist unter anderem für den Eisenwert des Säuglings wichtig. Beim Bonding kommt es auf den sofortigen direkten Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Kind an. Die Vorteile davon sind wissenschaftlich belegt, genau wie beim Auspulsieren.“ So trifft in der Erlanger Frauenklinik Universitätsmedizin auf ein individuelles Geburtserlebnis, bei dem sich die Frau geborgen fühlen kann und ihr Neugeborenes in besten Händen weiß. „Wir sind immer froh, wenn wir nicht alles machen müssen, was wir hier können“, unterstreicht Valentina Kohlmann. „Aber dass wir es könnten, bietet allen Frauen die maximale Sicherheit.“ 

Schwanger trotz Nierentransplantation?

Julia B. wollte schon immer Mama sein. Doch mit 22 Jahren wurde sie wegen einer Nierenerkrankung dialysepflichtig. Ende 2022 bekam sie am Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg am Uniklinikum Erlangen zwei neue Nieren. Mit ihrer betreuenden Ärztin der Medizinischen Klinik 4 – Nephrologie und Hypertensiologie besprach Julia B. ihre Fragen: Kann und sollte sie schwanger werden? Was würde das für ihre Gesundheit bedeuten – und für die ihres Kindes? Von der Medizin 4 verwies man sie an die Sprechstunde für Risikoschwangerschaften der Frauenklinik, wo Dr. Adriana Titzmann die Patientin weiter beriet. „Weil ich schon in Erlangen transplantiert wurde, wollte ich auch die Schwangerschaft hier angehen – es sollte alles in einer Hand liegen. Dr. Titzmann hat mich über mögliche Komplikationen aufgeklärt, unter anderem darüber, dass es zu einer Früh- oder sogar einer Fehlgeburt kommen kann“, berichtet Julia B. „Dann haben wir in Absprache mit der Medizin 4 langsam meine immunsupressiven Medikamente umgestellt und andere ganz abgesetzt.“ Im März 2025 wurde die heute 34-Jährige schwanger. Zunächst begleitet von ihrem Frauenarzt und dem Laufer Zentrum für Pränataldiagnostik von Prof. Dr. Florian Faschingbauer, kam Julia B. dann regelmäßig in die Schwangerenambulanz nach Erlangen. Die Kontrollen fanden wöchentlich statt. „Zum Beispiel wurden bei mir wegen früherer Bluttransfusionen spezielle Antikörper bestimmt; und der Kopf des Kindes wurde regelmäßig per Ultraschall untersucht. Ich fand, alle haben super zusammengewirkt – mein Gynäkologe, die Nephrologie und die Schwangerenambulanz“, urteilt sie. Wegen eines verkürzten Gebärmutterhalses nahm die Frauenklinik Julia B. Ende Oktober 2025 sicherheitshalber stationär auf. Von da an dauerte es noch über drei Wochen bis zur Geburt. „Ich habe mich in dieser Zeit immer als Person gesehen und unterstützt gefühlt“, betont sie. „Ärztinnen, Ärzte, Pflege, Hebammen – ich war mir sicher, dass ich hier in guten Händen bin.“ Weil sich jedoch die Leber- und Gallenwerte der Schwangeren zunehmend verschlechterten, plante Dr. Titzmann schließlich einen Kaiserschnitt. Julia B.s Sohn kam im November 2025 in der 34. Schwangerschaftswoche gesund zur Welt und wurde zur Sicherheit noch drei Wochen in der Neonatologie betreut. „Weil am Anfang hin und wieder sein Atem kurz aussetzte, hat er zum Beispiel Koffein bekommen, um seine Lunge zu unterstützen“, sagt Julia B. „Heute geht es uns gut. Und ich empfehle wirklich immer allen Erlangen für eine Geburt!“ 

Infoabende für werdende Eltern

Alle zwei Wochen dienstags um 18.00 Uhr In der Frauenklinik.

Nächste Termine und weitere Informationen

Anmeldung: 
info-abend.fk(at)uk-erlangen.de

Homepage
www.perinatalzentrum.uk-erlangen.de