Gesundheit erlangen - Sommer 2026

Parasiten auch tatsächlich vorkommen. Meist sind das tropische, subtropische oder südeuropäische Gebiete.“ Zur Vorbeugung von Infektionen in Endemiegebieten helfen bereits einfache Grundregeln: ■ kein Wasser aus der Leitung oder aus Naturgewässern trinken, sondern am besten nur aus kommerziell abgefüllten Flaschen (auch in Bars und Restaurants) ■ auf Speiseeis und Eiswürfel verzichten ■ möglichst keine rohen Lebensmittel konsumieren ■ Hände regelmäßig mit Seife waschen (in Ausnahmefällen auch Händedesinfektion) ■ Mückenschutzmittel und Moskitonetze verwenden, zusätzlich lange Kleidung tragen ■ in Malariagebieten ggf. eine medikamentöse Malariaprophylaxe einnehmen ■ auf das Baden in Süßwasserseen und auf Barfußlaufen verzichten ■ keine freilaufenden oder wilden Tiere anfassen „Vor Reisen in Malariagebiete – besonders Afrika, Südamerika und Asien – empfehle ich unbedingt den Besuch einer Reise- und Impfsprechstunde, um sich beraten und eventuell Medikamente zur Malariaprophylaxe verordnen zu lassen“, betont Prof. Bogdan. Am Uniklinikum Erlangen bietet das Mikrobiologische Institut eine Sprechstunde für Impf- und Reisemedizin an, in der Impfungen verabreicht und Fragen zu Krankheitsrisiken im Ausland beantwortet werden. Treten nach der Rückkehr Beschwerden auf, ist diese Sprechstunde allerdings nicht die passende Anlaufstelle. Je nachdem, wie schwer eine Erkrankung verläuft, sollte stattdessen eine hausärztliche Praxis, eine Infektionssprechstunde oder die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden. „Die Symptome können ganz unterschiedlich sein und hängen vom jeweiligen Parasiten ab“, weiß Christian Bogdan. „Das Spektrum reicht von Haut- veränderungen über Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall oder Blut im Stuhl bis hin zu Fieberschüben.“ Das Team der Mikrobiologie des Uniklinikums Erlangen kann alle gängigen parasitären Infektionskrankheiten mit verschiedenen Methoden im Labor nachweisen. „Wir sind primär für die Diagnostik zuständig, werden aber auch zu Therapieoptionen konsultiert“, erklärt Prof. Bogdan. Patientinnen und Patienten werden am Uniklinikum Erlangen, je nach Krankheitsbild, meist in der Medizinischen Klinik 1 – Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie, der Medizinischen Klinik 3 – Rheumatologie und Immunologie oder in der Hautklinik behandelt, seltener auch in der Neurologischen Klinik. Wichtig ist, Symptome nach einer Reise immer ernst zu nehmen – auch wenn sie erst verzögert auftreten. „Wenn Sie die genannten Grundregeln beachten, steht einer unbeschwerten Reise aber nichts im Weg“, so Prof. Bogdan. „Lieblingsparasit“: Leishmania Nach seiner „Lieblingsparasitose“ (parasitäre Infektionskrankheit) gefragt, sagt Prof. Bogdan: „Natürlich die Leishmaniose, mit der ich mich seit 40 Jahren beschäftige.“ Es handelt sich um eine in Südeuropa, im Mittelmeerraum, in Afrika, Zentral- und Südamerika sowie in Asien verbreitete Infektionskrankheit, die durch Einzeller der Gattung Leishmania ausgelöst wird. Die Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen und kann, je nach Parasitenspezies und Zustand des Immunsystems, Haut, Schleimhäute oder innere Organe betreffen. Sie gehört zu den vernachlässigten Tropenerkrankungen. Die Therapiemöglichkeiten sind begrenzt, ein Impfstoff existiert bisher nicht. „Wegen der gestiegenen Reiseaktivität haben Leishmaniose-Fälle in den vergangenen Jahren in Deutschland und anderen zentraleuropäischen Ländern zugenommen“, so Prof. Bogdan. Prof. Dr. Christian Bogdan ist Direktor des Mikrobiologischen Instituts – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene des Uniklinikums Erlangen. Bürgervorlesung zum Thema Am Montag, 8. Juni 2026, referiert Prof. Bogdan im Rahmen einer kostenlosen Bürgervorlesung zum Thema „Parasiten als Urlaubsmitbringsel“ (18.15 Uhr, Hörsäle Medizin, Ulmenweg 18, Erlangen). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. | 29 Medizin

RkJQdWJsaXNoZXIy ODIyMTAw