Gesundheit erlangen - Sommer 2026

„Mein Spender ist mein Leben“ ORGANSPENDE Als Zehnjährige erhielt Barbara Hobmeier ein Spenderorgan – und damit ein neues Leben. Über 30 Jahre später besucht sie den Ort ihrer Transplantation und blickt mit tiefer Dankbarkeit zurück. VON MAGDALENA HÖGNER Barbara Hobmeier ist auf dem Weg in den Operationssaal. Ihre Mutter und ihr Vater begleiten sie. Kurz vor der Schleuse zum OP heißt es Abschied nehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass sich ihre Wege hier trennen. Doch diesmal geht es Barbara Hobmeier gut und sie wird ihre Eltern gleich wiedersehen. Denn die 42-Jährige ist nur für einen Filmdreh ans Uniklinikum Erlangen gekommen – an jenen Ort, an dem sie als Zehnjährige in einer 13-stündigen Operation eine Spenderleber erhielt. „Es ist sehr bewegend, nach so vielen Jahren wieder hier zu sein und auch einige bekannte Gesichter wiederzusehen“, sagt Barbara Hobmeier und lächelt. „Es fühlt sich an, als würde sich der Kreis schließen.“ „Mama, ich möchte nicht sterben.“ Zusammen mit einer Zwillingsschwester kam Barbara Hobmeier 1983 in Landshut in Niederbayern gesund auf die Welt. Doch in den ersten Lebenswochen erkrankte das Mädchen an einem Magen-Darm-Virus – ein vermeintlich harmloser Infekt mit schweren Folgen. Denn ihr Körper entwickelte daraufhin eine extrahepatische Gallengangsatresie: Die Gallengänge verengten sich und die Galle – ein Sekret, das für die Verdauung wichtig ist – konnte nicht mehr in den Darm fließen und staute sich stattdessen in der Leber. Eine Operation in der sechsten Lebenswoche brachte Linderung, jedoch keine vollständige Heilung. „Ich weiß aus Erzählungen meiner Eltern, dass meine Entwicklung als Kleinkind verzögert war. Ich hatte Gelbsucht, Wassereinlagerungen und litt an starkem Juckreiz“, erzählt Barbara Hobmeier. „Als ich in die Schule kam, wurde mir selbst zum ersten Mal bewusst, dass etwas mit mir nicht stimmt. Außerdem hatte ich immer meine Zwillingsschwester als Vergleich – sie war ein Spiegelbild, das mir zeigte, wie es hätte sein können.“ Ab dem achten Lebensjahr verschlechterte sich ihr Zustand drastisch: Plötzlich kamen Krampfanfälle und Magenblutungen hinzu. Eines Tages sagte sie zu ihrer Mutter: „Mama, ich möchte nicht sterben.“ Das Warten auf ein Organ Angesichts ihrer schwindenden Gesundheit stand fest: Das Mädchen brauchte eine Spenderleber – und zwar möglichst bald. Barbara Hobmeiers Eltern brachten ihre Tochter daher in die Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen, wo erste Voruntersuchungen für eine Organtransplantation gemacht wurden. Von da an hieß es warten und hoffen. Am 2. Juni 1994 – nach rund 16 Monaten auf der Warteliste – kam schließlich die erPionierleistung in Erlangen 1994 war Barbara Hobmeier das erste Kind in Bayern, das eine Split-Lebertransplantation erhielt. Dabei wird die Leber einer verstorbenen erwachsenen Spenderin bzw. eines erwachsenen Spenders geteilt, sodass sie zwei Menschen zugutekommen kann. Auch 1966 war Erlangen bereits Vorreiter: Mit einer erfolgreichen Lebendnierentransplantation wurde hier das erste Transplantationszentrum Bayerns und das dritte Deutschlands ins Leben gerufen. 30 | Medizin

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