14 | Titel Maßgeschneiderte Medizin: Prof. Rother zeigt eine von Hand genähte Stentprothese. Fortsetzung von S. 13 der interventionellen Radiologie unter Röntgenkontrolle sicher, dass die jeweilige Gefäßprothese millimetergenau positioniert wird. Abschließend prüfen sie, ob die Prothese dicht sitzt und alle wichtigen Gefäße weiterhin gut durchblutet sind. Bei Hannes R. blieb es nicht beim Aortenbogenersatz: 2020 bildete sich ein Aneurysma an einer Nahtstelle seiner Gefäßprothese, das minimalinvasiv entfernt werden konnte. Damals bekam der Student auch die Erklärung dafür, warum es innerhalb seines Gefäßsystems immer wieder Probleme gab: Er leidet an einer seltenen angeborenen Bindegewebsschwäche. Sie ist nicht heilbar. Maßgeschneiderte Gefäßprothese Im Jahr 2024 hatte der junge Patient schließlich einen erneuten Eingriff – diesmal wegen einer Dissektion im absteigenden Abschnitt der Hauptschlagader. Das Team des Uniklinikums Erlangen ließ für ihn eine individuelle Stentprothese anfertigen. „Die wird von den Mitarbeitenden einer Spezialfirma von Hand genäht, auf Basis eines CT-Datensatzes“, erklärt Prof. Rother. Die eng zusammengefaltete Prothese schiebt der Gefäßchirurg per Katheter durch die Leistenarterie hindurch. „Dieser Zugang ist etwa so dick wie mein kleiner Finger“, beschreibt Ulrich Rother. Erst in der Aorta, also im Bauchraum, wird die Prothese entfaltet und legt sich von innen an die Gefäßwand an. Dann schließt der Gefäßchirurg die vier großen Arterien, die Nieren, Leber und Darm versorgen, mit kleinen Verbindungsstents an die Prothese an. Radiologe Dr. Schmid verdeutlicht: „Bei jedem Menschen sind diese Arterien etwas anders angeordnet. Was bei dem einen bei zwölf Uhr liegt, liegt bei dem anderen auf ein Uhr. Die patientenindividuelle Prothese berücksichtigt das. Sie hat kleine Ärmelchen, die jeweils durch einen Stent mit der jeweiligen Arterie verbunden werden – so, dass am Ende alles dicht ist.“ Manchmal passt auch die vorproduzierte Standardprothese. Das ist aber eher selten. Schonend offen Als Hannes R. Anfang 2026 schließlich auch an der Arterie, die Arm und Kopf versorgt, ein Aneurysma bekam, waren Gefäß- und Herzchirurgie sowie Radiologie nochmals gemeinsam gefordert. „Ich war niedergeschlagen, weil es hieß, dass für den Eingriff mein Brustbein durchtrennt werden muss. Die dritte große OP meines Lebens. Ich rechnete mit einem langwierigen Heilungsprozess“, erzählt der Patient. Doch seine Sorge bestätigte sich nicht. „Ich bin wirklich fasziniert davon, wie schonend das alles
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