Gesundheit erlangen - Herbst 2026

18 |Titel Fortsetzung von S. 17 In der Diagnostik und Therapie von Malformationen arbeiten Gefäßchirurgie und Radiologie am Uniklinikum Erlangen Hand in Hand. Schon Babys in Behandlung Die meisten Menschen mit Gefäßfehlbildungen brauchen eine fortlaufende Therapie, denn das Krankheitsbild ist chronisch. „Unser Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen so gut wie möglich zu verbessern“, sagt Dr. Mükke. „Man darf aber nicht erwarten, nach einer Behandlung geheilt zu sein“, stellt sie klar. Viele ihrer Patientinnen und Patienten betreut Antje Mükke seit dem Kindes- oder Jugendalter. Und sogar Babys werden schon gefäßchirurgisch versorgt. Dr. Schmid erinnert sich: „Wir hatten mal einen recht dramatischen Fall: ein Neugeborenes mit einer großen Malformation an der Leber. Wir haben das Kind schon relativ kurz nach der Geburt behandelt und das fehlentwickelte Areal so verschlossen, dass es sich nicht weiter mit Blut füllen konnte. Ohne diesen Eingriff wäre das Kind gestorben. Sein Herz-Kreislauf-System wäre schlicht zusammengebrochen“, berichtet der Radiologe. Was dieses Beispiel verdeutlicht: Nicht immer zeigt sich eine Gefäßfehlbildung äußerlich als Schwellung oder Hautverfärbung. Betrifft sie ein inneres Organ, bleibt sie unsichtbar. „Manchmal sind das reine Zufallsbefunde“, sagt Dr. Mükke. Von Kompression bis Katheter Aber wie lassen sich Gefäßfehlbildungen nun konkret behandeln? „Die Therapie ist superindividuell“, erklärt Dr. Mükke. Der wichtigste Baustein: eine lebenslange konservative Behandlung. Diese umfasst vor allem die Kompressions- und Entstauungstherapie, wozu in erster Linie Kompressionsware, z. B. Strümpfe, und die manuelle Lymphdrainage gehören. Physio- und Ergotherapie tragen außerdem dazu bei, die Mobilität zu erhalten und Schmerzen zu reduzieren. Auch Medikamente spielen eine Rolle – allen voran Mittel, die die Blutgerinnung hemmen. Oberärztin Dr. Antje Mükke untersucht die Kniearterie und -vene eines Patienten per Ultraschall. Abhängig von Hormonen In Pubertät und Schwangerschaft – vor allem, wenn das Hormon Östrogen ansteigt – können sich die Beschwerden im Zuge einer Gefäßmalformation verschlimmern.

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