| 19 Titel Kein Krebs Auch wenn das lateinische Wort „malus“ für „böse“ oder „schlecht“ in „Gefäßmalformationen“ steckt: Es handelt sich dabei nicht um (bösartige) Tumoren. Tastbare Schwellungen können dennoch auf den ersten Blick wie ein Geschwür wirken. Um Gefäßfehlbildungen ganz sicher von einer Krebserkrankung abzugrenzen, wird manchmal zusätzlich zum MRT noch eine Gewebeprobe entnommen. Schrumpfen und verschließen Zusätzlich stehen invasive Methoden zur Verfügung. So wird bei einer Sklerotherapie, auch Verödung genannt, eine spezielle Substanz entweder mit einer feinen Nadel direkt in die betroffene Stelle oder per Katheter über die Leiste eingebracht. Dr. Schmid erläutert: „Das Sklerosierungsmittel bewirkt, dass sich die erkrankten Gefäße entzünden und anschließend schrumpfen. Die betroffene Körperstelle wird dann von außen verbunden und komprimiert, sodass die Gefäße verkleben und sich damit selbst verschließen.“ Das Einstechen der Nadel bei der Sklerotherapie geschieht unter UltraGefäßchirurgie Sprechstunde für Gefäßmalformationen Telefon: 09131 85-32968 E-Mail: gefaesschirurgie-sekr@uk-erlangen.de www.gefaesschirurgie.uk-erlangen.de Weitere Informationen für Patientinnen und Patienten: www.compgefa.de Kurzbericht einer Patientin Die 23-jährige Vanessa T. aus Nürnberg hatte bis heute elf Sklerosierungen wegen einer venösen Gefäßfehlbildung im Bein – im Durchschnitt nimmt sie pro Jahr eine Therapieeinheit wahr. Immer wieder wird die rechte Wade der jungen Frau sehr dick; enge Hosen und langes Stehen schmerzen. Dr. Antje Mükke betreut die Patientin seit ihrer Kindheit. „Meist ist der Eingriff freitags und sonntags darf ich wieder heim“, berichtet Vanessa T. Während sie beim ersten Mal 2014 noch ängstlich war, weiß sie heute, was am Uniklinikum Erlangen auf sie zukommt – und dass es ihr nach der Behandlung besser geht. „Wenn unter örtlicher Betäubung die Nadel gesetzt wird, schaue ich trotzdem nie hin“, gibt sie zu. „Aber ich fühle mich am Uniklinikum sehr wohl, alle sind sehr freundlich – ohne Ausnahme.“ schallkontrolle. Mit einem Kontrastmittel und Röntgenaufnahmen lässt sich wiederum abbilden, wie das Gefäßsystem genau aufgebaut ist und wie sich das Verödungsmittel darin verteilt. Alternativ können Ärztinnen und Ärzte die Gefäße auch thermisch veröden, indem sie sie gezielt von innen erhitzen. Ein weiteres Verfahren ist die Embolisation. „Hier bringen wir kathetergestützt flüssigen Gefäßkleber in die betroffenen Areale ein“, sagt Dr. Schmid. „Ich spreche immer von einer Art ,Bauschaum‘, mit dem wir die Gefäße ausfüllen.“ Lokal begrenzte, deutlich umschriebene Gefäßmalformationen lassen sich manchmal auch chirurgisch entfernen. Nicht selten werden mehrere Verfahren miteinander kombiniert. „Bei Gefäßmalformationen ist es nicht so eindeutig wie, sagen wir, bei Bluthochdruck, wo ab Werten über 140 zu 90 mit Tabletten begonnen werden soll. Gefäßfehlbildungen sind komplex und ihre Behandlung ist sozusagen immer personalisierte Medizin“, sagt Dr. Schmid. Mit einer Art ‚Bauschaum‘ füllen wir die Gefäße aus. PD Dr. Axel Schmid
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