38 | Fortsetzung von S. 37 Feine Elektroden, große Wirkung „Bei der Rückenmarkstimulation – auch als Schmerzschrittmacher bezeichnet – werden feine Elektroden im Bereich des Rückenmarkskanals implantiert. Diese geben leichte elektrische Impulse ab, die die unkontrollierten Nervensignale überlagern. Das lindert die Beschwerden“, erklärt die Neurochirurgin. Zugleich werden „berechtigte“ Reize nach wie vor weitergeleitet – etwa, wenn man in eine Glasscherbe tritt. „Genau wie die medikamentöse Behandlung bringt auch die Rückenmarkstimulation keine Heilung. Aber sie ist wie ein Türsteher, der das Gehirn vor unerwünschten Signalen schützt“, so die Ärztin. Das Verfahren gliedert sich in der Regel in zwei Schritte: Bei einem ersten Eingriff werden die Elektroden des Schmerzschrittmachers implantiert. Anschließend folgt eine zweiwöchige Testphase, bei der die Patientin oder der Patient die Rückenmarkstimulation im Alltag testen kann. „Bei rund 70 Prozent der Betroffenen beobachten wir in dieser Zeit eine deutliche Reduktion der Schmerzen“, sagt Franziska Schmidt. „Zeigt sich, dass die Methode bei der jeweiligen Person Erfolg versprechend ist, wird ihr in einer zweiten einstündigen OP der dauerhafte Impulsgeber eingesetzt, beispielsweise im Lendenbereich.“ Von acht auf zwei Tanja W.-G.s erster Eingriff fand im April 2026 statt. Bereits in der Testphase besserten sich ihre Symptome deutlich. Kurz darauf erhielt sie den Impulsgeber. Heute, wenige Monate später, hat sie dank der Rückenmarkstimulation wieder eine ganz neue Lebensqualität, wie sie sagt: „Auf einer Skala von eins bis zehn lagen meine Schmerzen vor der OP etwa bei acht. Heute würde ich sie nur noch bei zwei einordnen. Das ist so eine spürbare Verbesserung!“ Die Die Rückenmarkstimulation bringt keine Heilung. Aber sie ist wie ein Türsteher, der das Gehirn vor unerwünschten Signalen schützt. Dr. med. univ. Franziska Schmidt Für die Rückenmarkstimulation werden mithilfe einer Kanüle (unten) feine Elektroden im Bereich des Rückenmarkskanals implantiert. In einer zweiten Operation folgt ein etwa streichholzschachtelgroßer Impulsgeber. Feine Helfer gegen Schmerz: Das Röntgenbild zeigt Stabelektroden, die im Bereich des Rückenmarkskanals platziert wurden. Sie geben elektrische Impulse ab, die Schmerzsignale überlagern können. Medizin
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