Gesundheit erlangen - Herbst 2026

| 57 Aktiv leben den stellen eine akute Entzündung in der Regel mittels einer Ultraschalluntersuchung fest. „Kurzfristig helfen dann erst mal ein, zwei Wochen Trainingspause mit Hochlagern und Kühlen“, so Dr. Pasurka. „Auf Dauer raten wir aber nicht zu Ruhe, weil die Sehne grundsätzlich schon bewegt werden will. Zielgerichtetes, langsames Kräftigen und Dehnen der Wadenmuskulatur ist deshalb absolut zu empfehlen und es ist auch wissenschaftlich erwiesen, dass das etwas bringt. Man braucht keine Angst davor zu haben, dass die Sehne reißt, wenn alles kontrolliert abläuft. Aber es ist Geduld gefragt. Denn Achillessehnenentzündungen sind eher eine Sache von Monaten als von Tagen oder Wochen.“ Von Bandage bis Strom Der Arzt fährt fort: „Zu entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac raten wir bei Achillessehnenproblemen heute eher nicht mehr. Denn man hat herausgefunden, dass das für die Heilung einer chronisch entzündeten Sehne gar nicht viel bringt. Kurzfristig kann die oder der Betroffene mal eine Tablette nehmen – dann aber zur reinen Schmerzlinderung und nicht, um die Entzündung zu bekämpfen.“ Stoßwellenbehandlungen oder verschiedene Infiltrationen, u. a. mit Eigenblut, zeigen laut dem Experten durchaus Wirkung, wenn Dehn- und Kräftigungsübungen allein erfolglos bleiben. Einlagen bei Fußfehlstellungen könne man versuchen, stützende Bandagen bei Bedarf nur kurzfristig. Denn auch hier gilt: Nur nicht zu viel ruhigstellen. „Ganz klar warnen muss ich vor Kortison. Wer sich wiederholt Kortison in oder um die Sehne spritzen lässt, hat mit viel höherer Wahrscheinlichkeit später eine Ruptur“, betont er. „Bei Operationen haben Ärztinnen und Ärzte immer wieder gesehen, dass derart behandelte Sehnen sehr stark angegriffen waren.“ Aktuell forscht das Team der Erlanger Unfallchirurgie-Orthopädie zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Paracelsus Sportmedizin im Bremer Weserstadion an der Elektrolysetherapie: Hier wird über eine feine Akupunkturnadel galvanischer Gleichstrom in die Achillessehne geleitet. „Der Strom setzt einen Reiz und regt die Heilung des geschädigten Gewebes an“, erklärt Mario Pasurka. Die Behandlung wird mehrmals durchgeführt und von Schnelle Hilfe bei einem Riss In der Unfallchirurgie-Orthopädie des Uniklinikums Erlangen werden Achillessehnen nicht nur konservativ, sondern auch operativ versorgt – vor allem nach Rupturen oder Teilrupturen. „Patientinnen und Patienten im mittleren Alter, die sich sportlich über- oder fehlbelastet haben, operieren wir am häufigsten“, sagt Mario Pasurka. Auch die Genetik spiele bei Verletzungen dieser Art eine große Rolle. Bei Rupturen setzt das Erlanger Team auf die Mini-Open-Methode, bei der ein etwa drei Zentimeter langer Hautschnitt über der gerissenen Sehne gesetzt wird. Dann werden die losen Sehnenenden mittels einer speziellen Naht so zusammengeführt, dass sie gut zusammenwachsen können. Nach zwei bis drei Wochen Ruhigstellung in einer Gipsschiene bekommen die Patientinnen und Patienten eine individuell angepasste Orthese, mit der sie den Fuß Stück für Stück wieder belasten dürfen. „Die Heilung der Achillessehne ist langwierig“, räumt Dr. Pasurka ein. „Grundsätzlich kann sie aber wieder so stabil werden wie vorher.“ speziellen Trainingsübungen flankiert, um neue, gesunde Fasern aufzubauen. „Die bisherigen Erfahrungen mit der Elektrolyse sind gut“, gibt Dr. Pasurka einen Ausblick. Tipp vom Experten Wer seinen Heilungsverlauf zusätzlich unterstützen will, sollte seine Ernährung kritisch prüfen. „Zucker, tierische Fette und Fertigprodukte lieber weglassen. Dafür basische Kost mit viel Obst, Gemüse und Rohkost bevorzugen“, rät Mario Pasurka. „Auch Gewürze sind super, vor allem Kurkuma.“ → Achillessehnenentzündungen sind eher eine Sache von Monaten. Dr. Mario Pasurka

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