| 7 Neues aus dem Uniklinikum Muttermilch ist für Säuglinge die beste Ernährung. Doch nicht alle Mütter können ihr Kind unmittelbar nach der Geburt ausreichend mit eigener Milch versorgen: Besonders nach einer Frühgeburt sind die ersten Tage und Wochen häufig von Sorgen, Unsicherheit und großer körperlicher Belastung geprägt – die Milchbildung setzt deshalb häufig verzögert ein. Das Team der Neonatologie der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen hat deshalb nun eine Frauenmilchbank ins Leben gerufen: In dieser wird gespendete Milch von gesunden stillenden Müttern gesammelt, geprüft, pasteurisiert und tiefgekühlt für maximal drei Monate gelagert. Frühgeborene können dann damit versorgt werden, bis ihre Mütter ausreichend eigene Milch bilden. „Muttermilch bietet gegenüber industriell hergestellter Anfangsnahrung viele gesundheitliche Vorteile. Sie enthält nicht nur zahlreiche wertvolle Nährstoffe, sondern auch Antikörper und bioaktive Bestandteile. Das stärkt das Immunsystem von Babys, kann das Risiko Neonatologie des Uniklinikums Erlangen eröffnet Frauenmilchbank für Frühgeborene Muttermilch für alle für Infektionen sowie schwere Darmerkrankungen senken und trägt wesentlich zu einer gesunden kindlichen Entwicklung bei“, erklärt Prof. Dr. Heiko Reutter, Leiter der Neonatologie. Zugleich schenkt die Frauenmilchbank denjenigen Müttern, die nicht stillen können, emotionale Sicherheit: „Ein Frühchen auf die Welt zu bringen, ist für viele Frauen sehr belastend. Ihnen dann die Gewissheit geben zu können, dass ihr Kind dennoch vom ersten Lebenstag an ideal versorgt wird, ist sehr entlastend“, sagt Tanja Schuster, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin sowie Still- und Laktationsberaterin in der Neonatologie. Die Erlanger Frauenmilchbank unterliegt strengen Hygiene- und Qualitätsstandards, die gemeinsam von der Milchküche, vom Mikrobiologischen Institut – Klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene sowie vom Virologischen Institut – Harald-zurHausen-Institut für Virologie des Uniklinikums Erlangen umgesetzt werden. Als Spenderinnen kommen ausschließlich Mütter infrage, deren Kinder in der Neonatologie des Uniklinikums Erlangen in Behandlung sind. Das Pflegeteam spricht geeignete Frauen an und klärt sie über das Prozedere auf. „Die Voraussetzung ist natürlich immer, dass ausreichend Muttermilch für das eigene Kind vorhanden ist“, so Ramona Bantke, Pflegedienstleitung Frauenklinik, Kinderherzchirurgie, Kinderkardiologie, Kinderklinik, Palliativmedizin. „Die Frauenmilchbank ist ein gutes Beispiel dafür, was ein interdisziplinäres, multiprofessionelles Team bewirken kann“, sagt Prof. Reutter. „Dass wir nun zu den wenigen Kliniken in Deutschland gehören, die ihren Frühgeborenen Spenderinnenmilch anbieten können, freut uns sehr.“ Zugleich forscht das Team um Prof. Reutter weiter daran, die Bestandteile von Muttermilch genauer zu entschlüsseln. Perspektivisch könnten diese Erkenntnisse dazu beitragen, die gesundheitsförderlichen Eigenschaften noch besser zu verstehen und gezielt nutzbar zu machen. Viele stillende Mütter bilden mehr Milch, als ihr Kind benötigt. Ist die Versorgung des eigenen Babys gesichert, können sie mit ihrer Milchspende anderen Frühgeborenen helfen.
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